Solothurn – Donat Blums neue Rolle an den Literaturtagen

 

An den 41. Solothurner Literaturtagen vom 31. Mai bis 2. Juni hat es neben bekannten Namen auch Platz für zwei schwule Autoren. Neben Martin Frank zeigt sich der Schaffhauser Donat Blum zum ersten Mal mit seinem Debut „Opoe“ einem interessierten Publikum, obwohl er eigentlich schon lange in Solothurn präsent war.

 

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Am 31.5./1.6. lesen Sie zum ersten Mal als Autor an den solothruner Literaturtagen, obwohl Sie als Moderator der Diskussionsrunde „Skriptor»  das Festtival schon kennen. Schon nervös und was kann der Zuhörer erwarten?
 

Die diesjährigen Literaturtage werden intensiv. Ich werde sieben Veranstaltungen bestreiten, zwei davon sind Lesungen aus Opoe. Ich freue mich sehr darauf. Ich mag Literatur leidenschaftlich und ich hoffe, dass ich diesen Funken auch in den beiden Lesungen springen lassen kann.

Sie wurden 1986 in Schaffhausen geboren, wohnten in Bern, Biel und Berlin und jetzt Zürich. Brauchte es diesen Wegzug aus der Provinz, um sich in den Grossstädten zu finden oder den Mut zu fassen zu schreiben?

Ich bin gerne unterwegs. Ich brauche die Distanz, einerseits um auf die Dinge schauen zu können, die mir nahe sind und andererseits, weil ich immer ein wenig fürchte, in zu starren Mustern einzurosten.

Opoe ihr Debutroman ist die Auseinandersetzung mit der Geschichte ihrer Grossmutter und sich selbst. Ersteres ist eher ungewöhnlich für Ihre Generation, die gerne ihre Wurzeln vergisst. Was war das ausschlaggebende Erlebnis für das Schreiben des Debuts?
Ist das ungewöhnlich? Ich denke gerade die Auseinandersetzung mit den Grosseltern ist bei jüngeren Leute viel üblicher als bei älteren: aus dem einfachen Grund, dass sie ihre Grosseltern viel öfter auch noch als Erwachsene erleben. Die Grosseltern meiner Eltern beispielsweise sind alle gestorben als sie selber noch Kinder oder Jugendliche waren.
Sie sind Mitherausgeber der queeren Literaturzeitschrift „Glitter“. Mit welchen Schwierigkeiten hatten Sie zu kämpfen von der kurzen zu langen Form des literarischen Schreibens?
Glitter ist eine queere Literaturzeitschrift. Das heisst sie beschäftigt sich nicht mit einer singulären sexuellen Orientierung, sondern mit gesamtgesellschaftlichen Normen und dem Hinterfragen von diesen.
Je länger der Text, desto mehr Zuversicht braucht es beim Schreiben, dass der Text dann schon irgendwann irgendwie gut kommt. Mit der Zuversicht kämpfte ich manchmal, wobei das erstaunlich git ging. Mit der Geduld kämpfte ich öfter.
Im Gegensatz zu vielen Neuvorstellungen in Solothurn ist Ihr Buch schon älter. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht als neuer Autor, dem plötzlich Leute und Medien, die Oeffentlichkeit zu hört und sich ein Urteil bildet?
Opoe ist im August 2018 erschienen. Das Buch ist noch kein Jahr alt. Aber ich durfte viel rumreisen und lesen. Etwas das ich ausserodentlich gerne mache, weil es jedes Mal von neuem spannend ist, wie das Publikum reagiert, weil die positiven Reaktionen natürlich super schön und motivierend sind, aber auch weil ich dabei sehr viel über mich, das Schreiben und immer wieder von neuem über den text und seine Wirkung lerne.

 

Vor und nach dem Interview und nach Solothurn schreiben Sie am zweiten Buch im Stillen. Wenn diese intensive Phase mit sich und der Kreativität vorbei ist, was macht ein Donat Blum in seiner Freizeit?
Sagt man hier jetzt «lesen»? 😉 Mein Alltag ist ziemlich unorthodox gegliedert. Eine scharfe Trennung zwischen Arbeit und Freizeit gibt es eigentlich – und manchmal auch zu meinem Leidwesen – nicht. Am ehesten empfinde ich diejenige Zeit als Freizeit, in der ich nichts muss und schreiben kann, wann immer es mir danach ist. Ich reise aber auch viel herum, ich gehe gerne tanzen, ich liebe meine Freunde.

 

Weitere Informationen zu den Solothurner Literaturtagen hier


                                                              Weitere Informationen zu Donat Blum hier

 
      Fotos 1, 2, 3, 5 copyright Marvin Zilm

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