Basel – Art Basel im Banne des Handy

Der Messeplatz Basel ist bis zum 16. Juni Kultur pur. Auf der rechten Seite 290 Galerien aus 34 Länder bei der Art Basel. über die Strasse die Designer Miami Messe und dahinter der Zirkus Knie. Aber eigentlich dreht sich alles um, wie mache ich vor welchem Sujet das beste Handyfoto für meinen Account. Beobachtungen zu einem Generationswechsel.

Die Herbstmesse ist Geschichte, die Uhrenmesse Baselworld kämpft ums Ueberleben und auch die Art Basel führte dieses Jahr erstmals ein neues Preismodell ein und bietet Unterstützung für kleinere und mittelgrosse Galerien, damit sie sich die hohen Standmieten leisten können und der Ruf Europas grösste Kunstmesse in Basel zu beheimaten bleibt. Den längst ist die Art Basel nicht mehr ein Platz, wo sich Millionen verschieben. Die Preise für die Gemälde sind stark gesunken, weil ein Generationswechsel stattfindet, wo sich die gehobene Mittelschicht sagt, ich lege nicht mehr in zeitgenössische Kunst an sondern wähle andere representative Dinge für meinen Lebensstil.
Und dazu gehört ein teures Handy mit einer guten Kamera. Zwar kommen die Leute weiterhin in Scharen und die Art Basel ist Hype, Hektik und Schaulaufen aber das Verweilen vor einem Werk und das Spüren, was es mit einem macht, gibt es nicht. Die Besucher rauschen durch die Gänge, in der Hand das Handy. Schnell ein Bild knipsen und weiter das nächste ansteuern. Das Bild vom Bild ist wichtiger als die Auseinandersetzung ihm.
Für die Besucher, die Neues entdecken wollen, empfiehlt es sich gleich die obere Etage anzusteuern, da bringen besonders die amerikanischen und kanadischen Galerien kraftvolle junge Maler mit Sujets aus dem Leben der Grossstädte in grellen Farben, während andere wiederum Natur oder Tiere zelebrieren. Nacktheit wie letztes Jahr findet am sehr wenig. Alles ist bunter, grafischer als auch schon.
Wer noch auf den Beinen stehen kann nach dem intensiven Rundgang bei den gerahmten Gemälden findet in der Plattform Unlimited Grossprojekte, raumübergreifende Installationen und Skulpturen, Videoprojektionen und Performencekunst. Allerdings bleibt hier viel ohne bleibenden Eindruck und somit legt das schnelllebige Handyfoto Zeugnis davon ab, das zeitgenössische Kunst wie sie die Art Basel zeigt noch keine Geschichte hat und wohl nur ein Prozent das gewisse Extra hat fürs Museum. Ein Augenschmaus ist es aber jedes Mal.
Weitere Informationen zur Art Basel hier 

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