Zürich – Toruk oder wie Avatar tausend Jahre früher war

 

Nein, „Toruk . the first flight“ mit dem der Cirque du soleil bis zum 16. Juni im Hallenstation gastiert, ist nicht „Avatar im Zirkus“. Es ist nicht einmal Zirkus, aber dank Technik, Spezialeffekte und gelenkigen Artisten ein mystisches Märchen wie man es noch nie gesehen hat.

Als 2009 die halbe Menschheit mit 3 D Brille auf der Nase „Avatar“ zum erfolgreichsten Film aller Zeiten machte, war für Hollywood klar, dass es eine Fortsetzung geben wird. Doch auch zehn Jahre später, gelang es der Phantasie von Regisseur James Cameron nicht, eine neue Folge zu schreiben, denn zu drehen. Deshalb war er sicher nicht abgeneigt, als die Cirque du soleil Autoren Michel Lemieux und Victor Pillon mit der Idee an ihn traten, Pandora im Zirkus wiederauferstehen zu lassen.
Die riesige Bühne im Hallenstation bedeckt bis zu den vordersten Sitzreihe mit einer Urwaldszene die Fläche und schon die ersten Minuten der Show lassen erahnen, dass hier mit der ganz grossen Kelle angerichtet wird. In einer Dimension, die den Begriff Zirkus sprengt wie Art Director Dawan Wilson erklärte und sich deutlich von den 36. Produktion vorher des Cirque du soleil anhebt und kein Zirkus mehr ist sondern eine Märchenstunde der aussergewöhnlichen Art.
Die kam allerdings den Schlussapplaus des Zürcher Publikum interpretierend in der nicht ausverkauften Premiere nur wohlwollend an.
Dabei hatten die Schweizer Nick Beyeler aus Bösingen und Elia Aymo aus Sion zusammen mit 35 anderen während rund 100 Minuten in einer mystischen Welt , wo das Volk der Na’vi eines ist mit der Natur, den Seelen der Geister und den Elementen, aber trotzdem Kämpfe und Probleme zwischenmenschlicher Natur bestehen muss, alles gegeben.
Dreiviertel der Show sind Massenszenen in einem Farbenmeer gestaltet von Technik, Requisten und Spezialeffekten, die die Urwelt – Pandora als eine Welt von Natur und Glaube und nicht wie wir heute haben eine Welt ohne  Gott darstellen. Die Verbundenheit mit allen Dingen in dieser Urwelt tausend Jahre vor „Avatar“ ist ein Augenschmaus und die blauen Urwesen mit Schwanz sind dauernd in Abenteuer verstrickt. Der Beat von Goa und Techno treibt die Geschichte zügig voran, es kommt nie Langeweile auf, aber es gibt auch kritische Punkte.
Der Einsatz von Technik und Spezialeffekten ist derart gross, dass die Artisten zum einen nur noch Statisten sind und zum anderen ausser rumspringen, am Seil rumturnen und auf dem Trampolin in die Luft schwingen, keine allzu grosse Zirkusnummern mehr vorführen müssen. Die schauspielerische Leistung  ist gefragter und auch der Text dieses Märchens ist ein nicht zu unterschätzendes Element damit man als Zuschauer bei der Bilderflut nicht Faden verliert.
Wer einen Bezug hat zur Mystik und Spiritualität hat, wird „Toruk „mögen als Livekino der ganze besondern Art, wer den Cirque du soleil der alten Tage sucht, wird enttäuscht nach Hause gehen.


Weitere Informationen zu „Toruk“ hier 

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