Murten – Fanta 4 feiern bei Stars of Sound ihr Jubiläum und Stefanie Heizmann trifft das Herz des Publikums

 

Zwei Tage vor ihrem 30-jährigen Bandgeburtstag, 6 Wochen vor der Kinopremiere über die Bandgeschichte und 25 Jahre nach dem ersten Schweizer Konzert begeisterten die Stuttgarter Fantastischen Vier am ersten Tag in der ausverkauften Pantschau in Murten das Publikum.

Die alljährliche Ausgabe von Stars of Sound begann dieses Jahr im Hautprogramm mit zwei deutschen Musikgruppen, die nicht mit dem Internet gross geworden sind, aber nicht in Murten aufgetreten wären, hätte sich das Fernsehen im digitalen Zeitalter seine Bedeutung nicht bewahrt.
Als Raymond Michael Garvey 1998 von Irland nach Deutschland kam und nach seinem Roadie- und T-shirtverkäuferdasein mit der Band „Reamon“ und „Supergirl“ Erfolge feierte, hätte er nie gedacht, dass er nach deren Ende in Winterthur nur vor 40 Leuten spielen würde.
Erst nach Tausenden von Gigs und vor allem mit dem TV-Format „Sing mein Song – das Tauschkonzert“ gelang es ihm von der Neben- auf der Hauptbühne wie in Murten zu singen.
Mit ergrautem Bart rockte der Ire mit seiner 5 Mann Band in zu kurzem T-Shirt durch seine drei Soloalben.
Wäre er nicht auf der Bühne, würde er sich ein Schiff schnappen und auf dem Murtensee fahren, sagte er und fügte an, dass er eigentlich gar nichts sagen, wolle, so glücklich sei er hier.
Gesprochen hat dafür Klimaaktivistin Gerda in einer Videobotschaft bevor er  in „Eyes of the child“  das Publikum aufforderte, das Leben durch die Augen eines Kindes zu sehen.
Der Gig war dank seiner über all die Jahre nicht abgenutzten Stimme sehr stimmig und routiniert, aber auch ohne wirkliche Stimmungen. Einfach ein weiterer Gig in der langen Karriere des Sängers aus Irland, der dort niemand kennt, aber im deutschsprachigen Raum um so mehr.

Die Spannung war in der ausverkauften Pantschau um 22.15 Uhr riesig als der Vorhang fiel und die Berufsjugendlichen Thomas D, Smudo, Michi Beck nach einem kurzen Intro ins Scheinwerferlicht traten. Würden sie  25 Jahre nach ihrem ersten Konzert in der roten Fabrik Zürich zu Zeiten von „die da“ als Rapper den Sprechgesang wie ihre amerikanischen Hip-Hop Vorbilder aber in Deutsch noch hinkriegen? Zweifelslos.
Der Beat war hart, energiegeladen und die Reime knallten dem Publikum, das aus vielen Generationen bestand, um die Ohren.
Doch auch die Fanta 4 wären nicht Hauptact des ersten Abends gewesen, wären sie dank dem TV-Format „The Voice of Germany“, wo der Thuner Marc Ammacher von sich reden machte, wieder dem breiten Publikum in Erinnerung gerufen worden, als ihre Charterfolge ausblieben. Nun wurde ihre letzte LP „Captian Fantastic“ Nr 1 in der Schweizer Hitparade und das Konzert für Jung und Alt in Murten ein Riesenspass, wo die Hände dauernd in die Luft flogen und die Beine nicht still halten konnten.

Auch für die Walliserin Stefanie Heizmann aus Visp-Eyholz gilt, dass sie nach 14 Jahren Musik machen nicht da wäre, wo sie ist, wenn sie nicht den Castingwettbewerb von Stefan Raab gewonnen hätte, in Popstarjury des Schweizer Fernsehens gewesen wäre und für Brillen Werbung machen würde. Den von der Musik leben kann sie nicht, obwohl ihr letztes Album „All we need is love“ auf die Nr. 1 schoss.
Im kurzen Sommerkleid gab es für das Murtener  Publikum, wo auch ihre Eltern waren, eine neue Stefanie als Musikerin. Ohne ihren von ihr innig geliebten Bruder dafür mit einer 8 Mann Band legte Heizmann während einer Stunde das Gewicht auf eher unbekannte neue und alte Songs und auf deren Ausarbeitung So wurde etwa „Build a house“ auf einem Walliser Hackbrett gespielt oder gab es“All we need is love“ unplugged. Dazwischen minutenlange Gedanken zum Leben. Das wirkte anfangs verstörend, doch mit der Zeit merkte das Publikum, dass Stefanie eine ehrliche Haut ist, die neben ihrem Big Band Sound, die Botschaft mehr Liebe zu geben und zu bekommen, ernst meint und holte sie für zwei Zugaben zurück. Das gelang vor ihr niemandem.

 

 

Weitere Informationen zu Stars of Sounds hier 

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