Zürich – Filme und Wissenschaften – KOSMOS und die Wissenschaftstage SCIENTIFICA spannen zusammen

Bevor an der Universität und ETH Zürich vom 30.8. bis 1.9.19 die Zürcher Wissenschaftstage Scientifica schwierige Zusammenhänge für jedermann erklären, zeigt das Kulturlokal KOSMOS vom 22.8. bis 28.8.19 Science Fiction Klassiker von „Alien über Blade Runner, Imitation game bis Back to the future“. Begleitet werden die Filme von Gesprächen mit Forschern zu diversen Themen.

Was es an den Scientifica alles zu erleben gibt, erklärt Melanie Nyfeler im Interview.

Melanie Nyfeler, Sie sind Kommunikationsbeauftragte der Universität Zürich. Ob Hausfrau oder Arbeiter, unser Alltag ist von den Erkenntnissen der Technologie und Wissenschaft durchdrungen. Was neben dem Blick dahinter, wie etwas funktioniert, will die “Scientifica”dem Laien noch aufzeigen?
 
Die Universität Zürich und die ETH Zürich haben die «Scientifica» als Begegnungsort konzipiert, wo sich Wissenschaftler und Besucher austauschen. An rund 50 Ständen, in Shows oder Science Cafés wird aktuelle Wissenschaft gezeigt und erklärt. Die Besucher können an Versuchen oder Führungen teilnehmen und viele Fragen stellen. Und die Forschenden sollen die Möglichkeit haben, mit ihrer eigenen Begeisterung die Neugier und die Entdeckerlust des Publikums zu wecken. Einige ihrer Konzepte und Projekte mögen vielleicht auf den ersten Blick nach Science Fiction tönen, könnten aber in Zukunft durchaus zu unserem Alltag gehören. Dabei geht es nicht nur um wegweisende Technologien in den Natur- und technischen Wissenschaften, sondern auch um aktuelle Themen in Medizin & Gesundheit und Kultur & Gesellschaft. 
 
Komplexe Zusammenhänge der Wissenschaft herunter zu brechen, damit es jeder versteht, ist gar nicht so einfach. Nennen Sie doch zwei Beispiele, wie Sie dabei vorgegangen sind und was den Besucher erwartet?
 
Für Wissenschaftler sind die einfachen Fragen oft schwierig zu beantworten. Sie sollten aber in der Lage sein, auch einer Zwölfjährigen ihre Projekte zu erklären. Und das machen die Forschenden in der Regel auch gerne. Wir haben sie aufgefordert, so allgemeinverständlich wie möglich zu sein und die Besucher interaktiv miteinzubeziehen. Wer schon einmal durch die Virtual-Reality-Brille in ein menschliches Herz geschaut hat, vergisst das nie mehr. Und wer in einem Spiel erlebt hat, wie ein Dorf in China in grosser Dürre zu wenig Trinkwasser hat, wenn nebendran die Felder bewässert werden, überlegt sich besser, wieviel Wasser er zu Hause verbraucht. 
 
Kinder sind auch willkommen an der “Scientifica”. Was haben Sie für die vorbereitet?
 
Wir haben ein eigenes Familienprogramm, bei dem Kinder und Jugendliche in altersgerechten Workshops ins Weltall reisen, Roboter programmieren oder erleben, wie künstliche Intelligenz funktioniert. In den Kindervorlesungen geht es zum Beispiel um die Materialwissenschaft von Star Trek, um Städte auf dem Mars oder um neue Erkenntnisse zu Flugsauriern und Dinosauriern. Kleine Kinder können sich auf einem Bewegungsparcours austoben, einen Bastel-Workshop besuchen oder mit Globi durch die «Scientifica» streifen.
 
 
Begreifen der Wissenschaften ist eine Sache, aber wir alle wissen, der Erde geht es schlecht, auch weil neue Technologien nicht immer gut für die Natur sind. Gibt es auch Gesprächsrunden zu den Problemen unserer Zeit?
 
Natürlich beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit aktuellen Problemstellungen in Umwelt und Gesellschaft und versuchen, die Konsequenzen neuer Technologien abzuschätzen. Wir haben zahlreiche Science Cafés zu aktuellen Fragen unserer Zeit organisiert: Etwa: Wie sieht der Mensch der Zukunft aus? Wie verändert Künstliche Intelligenz unseren Alltag? Oder wie kann die Energieversorgung der Schweiz nachhaltig gestaltet werden?
Zudem bieten wir Workshops an – z.B. zum geregelten Verbrauch von Grundwasser – sowie eine Podiumsdiskussion über die neuen Möglichkeiten zur Genveränderung in der Medizin: Ist dies Fluch oder Segen? Hier tauschen sich Genforscher und Ethikerinnen aus. 
Der Wissenschaftler lebt von seinem Ruf und seinen Publikationen. Leider ist das Internet voller Halbwahrheiten, gehen Sie auch auf den Punkt Wissensvermittlung ein?
 
Unser Thema heisst ja «Science Fiction – Science Facts». In Zeiten von «Fake News» setzen wir uns für eine korrekte wissenschaftliche Berichterstattung ein. Es geht uns darum, verlässliche Fakten als Grundlage für die Diskussion in Gesellschaft und Politik zu liefern. Verschiedene Veranstaltungen haben genau dies zum Thema: Der ETH-Klimaphysiker Reto Knutti erzählt aus eigener Erfahrung, wie man als Klimaforscher seine Ergebnisse publizieren kann und auf Falschmeldungen reagieren soll. Und der UZH-Kommunikationswissenschaftler Mike Schäfer zeigt die Bedeutung von Wissenschaftskommunikation im täglichen News-Angebot auf.

Welches sind für Sie persönlich die kommenden Höhepunkte der “Scientifica”, die man unbedingt besuchen sollte?
 
Da gibt es viele, es ist schwer, ein paar herauszupicken. Schon alleine die Ausstellung hat sehr viel zu bieten mit den vielen Ständen, die Forschung handfest und interaktiv zeigen.
Mich persönlich interessieren zum Beispiel auch die Science-Fiction Filme vom 22. bis 28. August im Kino Kosmos, wo eingeladene Experten nach dem Film darüber sprechen, was alles bereits jetzt real möglich und was völlige Fiktion ist. Etwa: Kann man auf dem Mars Lebensmittel anbauen? Ein Highlight ist sicher die Chemievorlesung zum Periodensystem, spannend wird sicher auch die Podiumsdiskussion zur Gentechnik. Kurzum: Ich glaube, es hat für jedes Interesse und jeden Geschmack etwas dabei. 

Weitere Informationen zu den Science Fiction Filmen im Kosmos hier

Weitere Informationen zu der Scientifica hier 

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