Zürich – Kunsthaus zeigt Matisse als Bildhauer

Kann ein weltberühmter Maler auch als Bildhauer die gleichen Gefühle beim Betrachter wachrufen? Die Antwort gibt bis zum 8. Dezember die Ausstellung unter dem Titel „Matisse – Metamorphosen“, wo Bronzen und Plastiken aber auch einige Bilder des Franzosen ausgestellt werden.

Klar war Rodin und dessen Erfolg ein Motivator für Henri Matisse es auch als Bildhauer zu versuchen. Klar ist auch, dass ihm im Gegensatz zum Pinsel auf der Leinwand, der Spachtel auf dem Ton oder Gips vor dem Guss in Bronze nicht so leicht von der Hand ging. So brauchte Matisse 20 Jahre, um die Metamorphose von ein und demselben Motive dem Bronzerelief „Nu de dos“ auszuarbeiten. Auch die Serie „Madeleine I-II und die Brüsten Jeannette I-V“ beanspruchten Jahre um vom Konkreten zum Abstrakten sich zu verändern.
Die Kuratorin Sandra Gianfreda konnte bei der zweijährigen Vorbereitungszeit zum einen auf eine mehr als hundertjährige Ausstellungsgeschichte mit Matisse des Kunsthauses Zürich zurückgreifen, aber auch auf den Kontakt mit dem Matissemuseum Nizza. Die Ausstellung ein halbes Jahrhundert nach der letzten Skulpturenausstellung in Zürich ist grosszügig angelegt und zeigt wie sich Matisse mit Hilfe von Fotografien aus Zeitschriften oder afrikanischer Masken Skizzen gemacht hat und zuerst detailgetreu später abstrakter an die weiblichen Körper in Bronze ging. Zwar hat es auch drei Männerakte, aber die standen nicht im Fokus des Franzosen.
  Beim Gang durch die Plastiken und Bronzen kommt niemals die gleiche Stimmung auf, wie bei dem Bereich der Dutzend Bilder und man wird den Eindruck nicht los, dass die vielen kleinen Figuren oft noch das waren, was übrig blieb, nachdem er an einer grossen Skulptur gescheitert war.
Er modeliere ebenso gerne wie er male, sagte Matisse, das Publikum hat aber zeitlebens seine Sympathie den Gemälden gegeben und sowohl in Frankreich wie bei uns, blieb das Interesse an den Bronzen aus.
Somit darf  man gespannt sein, ob die Herbstausstellung „Matisse – Metamorphosen“ ein Erfolg wird, da trotz 70 Werken und mit Dokumenten und einem Film zur Sichtbarmachung des Entstehungsprozesses die Ausstellung recht schnell durchlaufen ist und es sich für Besucher von weit her empfiehlt, sich auch den Rest des Kunsthauses zu Gemüte zu führen.

Weitere Informationen zur Ausstellung hier

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