Jegenstorf – Wer war der ermordete Vincent River?

Nachdem Davey auf einer Bahnhofstoilette im Londoner East End Sex mit Vincent River hatte, wird dieser dort vor seinen Augen von Schwulenhassern ermordet. Nun trifft er auf seine Mutter. Die Remise Bühne Jegenstorf zeigt dieses Kammerspiel von Philip Ridley unter der Regie von Renate Adam bis zum 24. November.

Zwei Klapperstühle, einige Kisten, zwei Koffern, ein Campingbett, viel ist nicht in der Wohnung von Anita (Daniéle Themis) als der 17-jährige Davey (Simon Burkhalter) die Mutter des ermordeten Vincent aufsucht, um zu lügen. Er hätte ihren Sohn per Zufall in der kaputten Bahnhofstoilette gefunden, als er mit seiner Verlobten draussen war und unbedingt pissen musste. Doch Anita ist eine aus East End, dem Ghetto Londons, wo der Ton rau und das Ueberleben hart ist und Frauen, die 53 Jahren alt sind und ihren unehelichen Sohn durch Schwulenhasser verloren haben, trinken. Sie glaubt ihm kein Wort.

In den ersten 40 Minuten versucht Anita anhand eines kalten, rasanten Frage Antwort Spiel, das herauszufinden von Davey, was die Polizei bisher nicht schaffte, Informationen zu den Mördern ihres Sohnes. Dazwischen gibt sie viel preis über das kaputte Leben Vincents und die Mutter Sohn Beziehung, die keine war, weil sie sein Schwulsein nie richtig akzeptieren konnte.
Stückeschreiber Phlilip Ridley wartet nicht lange, wirft dem Zuschauer von der ersten Minute an viele Informationen über die sozialen Status und die Gefühlswelt der zwei Darsteller und des Toten um die Ohren. Der Rhythmus der Sprache ist sehr schnell, Slang der  Grossstadt halt und der Zuschauer muss dauernd aufpassen nicht etwas zu verpassen in dieser Aufarbeitung eines Mordes.  Das wirkt recht ermüdend und bald fragt man sich: Spricht eine gebrochene Mutter derart schnell, aggressiv und kalt? Wo bleiben die Gefühle?
Endlich nach einer Stunde fliesen die ersten Tränen und Davey übernimmt das Zepter in diesem Zweipersonenstück und erzählt wie er Vincent im Spital, wo seine Mutter wegen Krebs behandelt wurde, kennen gelernt hat. Noch bevor er minuziös den ersten Sex auf den Pissoir mit Vincent mit Anita durchspielt, rauchen sie zusammen einen Joint, kommen sich Liebhaber des Sohnes und Mutter sehr nah. Doch Anita erwacht aus dem Hoch der Droge und will wissen, wie ihr Sohn an diesem Ort, wo er für einen Fick Liebe fand, von drei Schwulenhassern getötet wurde? Davey sagt es ihr und lässt sie alleine zurück.
Während im ersten Teil von „Vincent River“ Daniéle Themis als Mutter viel, aber nicht immer klar verständlich spricht und den Bühnenraum mit grossen Gesten in Besitz nimmt, ist es der 25-jährige Simon Burkhalter, der mit Einsatz von Sprache und Körper dem Stück, seinem Spielvorschlag für die Remise Jegenstorf, Tiefgang verleiht. Der Schauspieler aus dem Emmental, der momentan Gesang studiert, ist selber schwul. Er hatte das Glück weder von den Eltern noch der Gesellschaft mit Schwulenhass beleidigt worden zu sein und fand am Bühnenstück von Philip Ridley die Klarheit in den Dialogen beeindruckend als er es vor fünf Jahren zu ersten Mal las. Nun hat er mit der Remise Jegenstorf und Regisseurin Renate Adam zwei gefunden, die den Mut haben, diese Geschichte über Aussenseiter in der Gesellschaft als Lehrstück, Sittengemälde und Psychodrama in der Provinz aufzuführen.

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Fotos wurden zur Verfügung gestellt.

Bern – Der grosse Diktator von Charles Chaplin im Konzerttheater

Was Kim Jong, Erdogan und Trumpf, Herrscher von heute ohne Herz anrichten, lesen wir jeden Tag. Wie Dikatoren wie Hitler und Cesar tickten, zeigte uns Charles Chaplin bereits im Film und Regisseur Cihan Inan in der Berner Theateraufführung von „der grosse Diktator“, die mehr ist als Herrscher durch den Kakao ziehen.

Charles Chaplin mochte die Schweiz, schliesslich wurden in seiner Villa in Corsier sur Vevey die meisten seiner Kinder geboren und hier starb er am Weihnachtstag 1977. Da die Erben sehr genau darauf schauen, wer und für was dieser Name des wohl grössten Komikers aller Zeiten gebraucht wird, darf sich das Konzerttheater Bern stolz schätzen, den Zuspruch für die Bühnenfassung von“ der grosse Diktator“ bekommen zu haben. Der erste Tonfilm Chaplins war 1940 in der Diskussion, ob sich die USA am zweiten Weltkrieg beteiligen sollen, ein grosser Kinoerfolg gewesen und gewann vier Oscars.
Die 2,5 Stunden dauernde Aufführung beginnt mit einer Personenverwechslung. Ein jüdischer Friseur verliert bei einem Flugzeugabsturz im ersten Weltkrieg sein Gedächtnis und kehrt zwei Jahrzehnte als Diktator Anton Hynkel wieder auf den Kriegsschauplatz zurück. Ab jetzt heisst es „Hi Hynkel“ und jeder weiss, wer damit gemeint ist. Die satirisch eingesetzte fiktionale Sprache ist so voller Kunstworte, die aber den Zuhörer immer genug Informationen vermitteln, wer den was vom Naziregime damit gemeint ist. Eine Sprecherin begleitet besonders viel im ersten Teil der Aufführung die Handlung mit und lenkt die Aufmerksamkeit von einem Mann ab, für den es sich jeden Franken lohnt auszugeben.
Gabriel Schneider als Friseur und Diktator Tomaniens hat sowohl den aggressiven Tonfall, die Minik und Gestik Hitlers drauf wie das Kleinbürgerliche des Friseurs. Er ist fast die ganze Zeit auf der Bühne jongliert gut zwischen den kopierten Filmszenen und Neuinterpretationen.

Eigentlich ist ja der Film ein Geniestreich, das weiss auch Chaplinfan, Regisseur und Schauspieldirektor Cihan Inan. Deshalb versucht er gar nicht den Film zu kopieren. Ihn interessiert die Hitler Persiflage, die die Pose der Macht entlarvt und die Schlussrede Chaplin besonders. Darin fordert der Künstler: „Gebt euch nicht diesen Unmenschlichen hin. Maschinenmenschen mit Maschinenseelen und Maschinenherzen. Ihr seid keine Maschinen! Ihr seid kein Vieh! Ihr seid Menschen! Ihr tragt die Liebe der Menschlichkeit in euren Herzen! Ihr hasst nicht! Nur die Ungeliebten hassen.“
Während sich Komik und Ernst im Theaterstück die Hand geben und es auch etliche Längen hat, inszenierte Cihan Inan die Schlussrede gross und konnte so das Publikum zum minutenlangem Schlussapplaus anregen.

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Fotos wurden zur Verfügung gestellt Copyright Annette Boutellier

Zürich – Bruno Mansers Kampf gegen die malaysische Gier als Film

Der Basler Umweltaktivist Bruno Manser suchte Wahrhaftigkeit statt Konsum und fand sie zum einen im Leben im Dschungel von Borneo und zum anderen im Kampf gegen dessen Abholzung und bezahlte mit dem Leben dafür. Unter der Regie von Niklaus Hilber und dem Schauspiel von Sven Schelker ist „Bruno Manser – die Stimme des Regenwaldes“ ein Film geworden, den niemand ohne feuchte Augen und Scham verlässt und noch lange nachhallt.

Wie sagte der kleine Prinz? Man sieht nur mit dem Herzen gut. Als der Basler Ethnologe Bruno Manser 1984 sich mit einem Kleinboot durch einen Fluss des Dschungels fahren lässt, ist er wie heute die Klimajugend ein Kind seiner Zeit, das begriffen hat, dass wir Gottes Schöpfung töten und dabei uns selbst. Die Stimme des Stammesführes des Naturvolkes der Penan erklärt im Off, dass Bruno mit dem Kind im Manne dem folgte, was er ihn sich trug. Und bis der Schweizer weiss, was das ist, kämpft er sich durch das Dickicht des Urwaldes und entdeckt eines Tages beim Feuermachen Rauch in einiger Entfernung. Mit dem Migrosrucksack und John Lennon Brille kommt er der Gruppe der Lendenschutztragenden Penan sehr nahe bis er eines Nachts den Klang einer Flöte hört. Er holt seine Blockflöte aus der Primarschule aus dem Rucksack, spielt den Klang nach und siehe tags darauf verfliegen die Aengste des Naturvolkes dem Weissen gegenüber.

Bruno Manser alias Sven Schelker spricht nun fast Dreiviertel des Films die Spraches des Naturvolkes, bei dem auch vier Monate gedreht wurde und Statisten mitspielen. Die Untertitel mit den Dialogen über die Natur und des Naturvolkes Lebensansicht sind „Avatar“ ähnlich und auch der Frieden auf Erden ist filmverwandt.
Doch gleich neben dem Früchtebaum entdeckt im Paradies eine Frau ein Kreuz an einem Baum, nein zwei, drei, ……. Der Anfang vom Ende des Nomadenlebens der Penan, den schon am nächsten Morgen kommen die Bagger und Sägen und einer nach dem anderen der hundertjährigen Bäume fällt und mit ihnen die Lebensgrundlage der Penan.
Nun wird der Film politisch und Bruno Mansers unermüdlicher Einsatz vor Ort und später von der Schweiz aus die Abholzung zu stoppen, beginnt. Doch wer gegen das Geld, die Gier, die Macht kämpft, gegen den wird auch in einem buddistischen Land ein Kopfgeld ausgesetzt und schlussendlich muss der Basler aus dem Land fliehen, um von der Schweiz aus seinen Kampf weiterzusetzen.

Hier zeigt der Film auch, warum Bruno Manser, Sohn eines Sandozchemikers, so verbissen bis zur UNO für sein Anliegen kämpfte. Es war sein Vater und dessen Spiessigkeit und wie bei sovielen seiner Generation der Schmerz eines Kindes den Vater an die Arbeit und das Geld verloren zu haben.
Als Bruno Manser Ende der 90ier Jahre wieder nach Borneo durch die vertrocknete Erde des Regenwaldes fährt, leben einige Penan in Siedlungen wie die Indianer in Amerika dahin und einige findet er wie seinen geistigen Vater noch im Dschungel diesmal in T-Shirts.
Der Schmerz über den Verlust des Paradies muss für den Basler in diesem Moment grenzenlos gewesen sein und seine Mörder kommen immer näher.

Wir wissen, der Dschungel hat ihn seither zu sich genommen,wie auch immer, er gilt als verschollen.

Nach dem Zwinglifilm Anfang des Jahres hört das Schweizer Kinojahr mit „Bruno Manser – die Stimme des Regenwaldes“ mit einer Produktion auf Hollywoodniveau auf. Der Film, der eigentlich eine gespielte Dokumentation mit wenig Fiktion ist, ehrt den Basler Umweltaktivist sehr. Er ist von einem traurigen Grundton, sehr ernst, alle Schauspieler und besonders Sven Schelker spielen grandios. Der Film könnte ins Oscarrennen kommen und wird so oder so jetzt schon ein Kassenschlager und auch in zwanzig Jahren aktuell bleiben, als Mahnmal gegen die Gier des Menschen in Malaysia und der Rest der Welt.

FILMSTART ist der 7.November

Basel – Baloise session ist, wenn Wincent Weiss Hose reisst und Michael Patrick Kelly rockt

 

„The Magic of Songs“ lautete der Titel des Abends mit den Ueberflieger aus Deutschland Wincent Weiss und dem aus dem Kloster zurückkehrten Iren Michael Patrick Kelly. Doch die Herren boten dem überwiegend weiblichen Publikum unterschiedlichen Alters nicht nur Poprock sondern auch allerhand tiefe Einblicke.

Es passierte ausgerechnet beim Lied „Unter meiner Haut“, da riss die enge schwarze Jeans von Wincent Weiss und gab den Blick frei auf den Slip. Bis dahin hatte der 26-jährige aus Bad Oldesloe in Schleswig Holstein mit modernen Melodien, kräftigem Beat und seinem Lausbubenlachen aus dem Gesicht eines ehemaligen Models bereits die Zuschauerinnen auf seiner Seite und nun wohl auch die Schadenfreude der männlichen Begleiter. Noch auf der Bühne wechselte er in eine Trainingshose und „Weck mich nicht auf“ ging dabei fasst vergessen.

Ueberhaupt stand nicht unbedingt der Liedermacher Wincent Weiss, der auch einen Echo zu Hause hat, im Zentrum seines Auftrittes in Basel sondern der Unterhalter, der die Zuschauer mit eingängigen Songs und coolen Sprüchen bestens unterhielt. Der Spassfaktor wurde bewusst in den Vorgrund gerückt und Lieder über Mobbing im Internet bewiesen zwar, dass der junge Mann, der seinen Vater nie kannte, mit 16 Jahren von den Grosseltern nach Berlin zog, auch anders kann, aber noch ist der Schwarm aller jungen Damen und davon hatte es im ausverkauften Saal viele, zu bemüht den Handys zu gefallen. Er wurde ja auch durch DSDS und Youtubevideos bekannt.

Zwar sei seine Tournee zu aktuellen LP „ID“ im September zu Ende gegangen, doch für die Baloise session habe er wieder die Koffer gepackt, den er sei ein Fan der Veranstaltung und schaue alle Konzerte im Fernsehen an, erzählte Michael Patrik Kelly. Er ist 41 Jahre alt und sein Rock tönt etwas altbacken, aber sein Konzertauftritt war von der ersten bis zur letzten Minute soilde und fehlerlos. Zu Beginn drängten zwar alle Fans mittleren Alters nach vorne und doch der Ire war etwas gar distanziert. Dabei, soll man den Worten seiner Schwester und ehemaligen Bandkollegin Mathe Kelly glauben, war der Drittgeborene Sohn immer der Liebling des Vaters, der seine Kinder als Kelly Family goss machte, gewesen und bei der Wiedervereingung nicht dabei, weil er gerne seinen Namen in grossen Buchstaben liest. Aber er leidet manchmal auch an Stimmungsschwankungen.

Mit Songs wie „A little Faith und Flag“ spürte das Publikum die Wahrhaftigkeit mit der der Ire, der vier Jahre im Kloster war, an seine Arbeit Rock zu erschaffen geht. Doch auch ein gestandener Musiker wie Michael Patrick Kelly brauchte das Fernsehen, um gross zu werden. Seit seiner Teilnahme bei „Das Tauschkonzert“ kennt man den Solokünstler auch Hierzulande.
Der Höhepunkt seines Konzertes war das tanzbare „Et voilà“ und ansonsten war es auch seine fünfköpftige Band und ihr präzises Spiel, das dafür verantwortlich war und dass das Publikum zwei Zugaben wollte.

Weitere Informationen zur Baloise session hier

Lausanne – Ohlala – Zirkus kommt in die Westschweiz

 

Ab dem 23. Oktober gastiert die neunte Ausgabe vom Zirkus Ohlala unter dem Titel „Destiny“ mit dem sexy Programm im Salle Métropole in Lausanne. Wie Produzent und Regisseur Gregory Knie zu seinen Artisten kommt und wieviel eigentlich seine Phantasie mit der besonderen Programmnote ist, verrät er im Interview.

 

 
Ab dem 23.10 gastiert der Circus Erotikzirkus Ohlala in Lausanne. Reisen Sie das ganze Jahr durch die Welt von einer Vorstellung zu anderen und engagieren dann Artisten, die Ihnen gefallen oder wie finden Sie die Künstler? 
GK: Wir bekommen sehr viele Bewerbungen direkt von Artisten, dort findet sich dann gerne mal der ein oder andere der in unsere Show passt. Zusätzlich gehe ich unterhalb der Saison oft auf Reisen und schaue mir diverse Produktionen an, um neue Artisten kennenzulernen. Das können grosse Produktionen, aber auch Underground-Events sein.
 “Destiny” der Titel der diesjährigen Vorstellungen. Machen die Artisten für Ihr Programm eine extra Erotikausgabe ihrer Kunst oder braucht es lange Gespräche bis beide Seiten eine sexy Version gefunden haben? 
GK: Klar gibt es natürlich Zirkusnummern, die von Grund auf erotischer sind als andere, den Artisten muss aber auch von Anfang an bewusst sein, dass Ohlala eine sexy und crazy Show ist. Viele Artisten kommen bereits mit spannenden Ideen im Gepäck, gemeinsam schaffen wir es dann aus allem ein sexy Gesamtpaket zu zaubern. Unser Ziel ist es, dass nicht eine einzelne Nummer, sondern das ganze Programm ein Highlight ist.
Dieses Jahr war Knie durch das Musical Ihres Vaters und die Jubiläumsausgabe und den Generationswechsel im Familienzirkus omnipräsent. Sehen Sie Ihr Ohlala losgelöst von der Familie Knie oder als junge und andere Ausgabe der Dynastie Knie? 
GK: Aus meiner Sicht handelt es sich bei sämtlichen Projekten um ein ergänzendes Angebot. Die unterschiedlichen Shows und Projekte decken jeweils unterschiedliche Genres ab und bedienen somit auch unterschiedliche Zielgruppen. Insgesamt ergibt sich so ein breites Angebot an Events und Unterhaltungsmöglichkeiten, im Rahmen dessen sicherlich jeder etwas findet, dass seinem Geschmack entspricht.
   Sie sind Produzent und Regisseur von Ohlala. Wieviele Idee vom Programm sind den eigentlich Ihre oder entsteht eine Show von der ersten Minute an stets im Team? 
GK: Das ist ganz unterschiedlich. Natürlich stammen viele Ideen auch aus meiner Feder, ich ziehe meine Inspiration aus den unterschiedlichsten Dingen, seien es beispielsweise Kleinigkeiten aus dem Alltag oder die Bewegung eines Artisten. Wir besprechen aber kreative Ideen immer auch von Anfang an im Team, so dass schlussendlich aus den verschiedenen Dynamiken und Inputs ein Gesamtkunstwerk entsteht.
Ein Abstecher in die Westschweiz nach Dübendorf ist mutig. Sind Sie eigentlich nervös vor einer Premiere und zeigen die Show einem Testpublikum oder ist jede Ausgabe ein Sprung ins kalte Wasser der Unterhaltung? 
GK: Ich bin vor einer Premiere immer etwas nervös. Wenn man das verliert, wäre das ja nicht gut. Man kann sich vor einer Premiere nie sicher sein, wie das Publikum reagieren wird – auch wenn mein Team und einige meiner Vertrauten die Show schon vorab sehen. Kein Programm ist gleich, und man will ja auch immer neue Dinge ausprobieren.

Weitere Informationen zu Ohlala hier


Kritik zur Lausanne Premiere

Noch vor Beginn der Vorstellung geht ein Mann mit Schmicke im Gesicht und rotem Frack durch die engen Stuhlreihen und öffnet den Mund einiger Zuschauerinnen und giesst Champagner in ihren Rachen während sein Hintern den Begleitern die Sicht wegnimmt. Später wird dieser Frechdachs als Reuben Kaye, Cabretkünstler aus England mit einem zügellosen Mundwerk durch das Programm führen und alle bekommen ihr Fett weg, so frech ist er. Seine homosexuellen Sprüche treiben einigen Lausannern die Schamröte ins Gesicht, den meisten gefallen sie und Ruebens Witz wird der Hit des Abends.

Ein Gummischlauch fällt von der Decke, für Ruebens klar ein Kondom, doch Nick Beyeler aus Bösingen klettert in der Unterhose in den Gummi nach oben und ränkelt seinen muskulösen Körper,  das sich die Sehnen im Plastik spiegeln, bis sich der Freiburger fallen lässt und unversehrt aus dem Schlauch auftaucht und den Applaus entgegennimmt.

Das Theater Métropole, ähnlich gebaut wie das Bierhübeli oder Volkshaus, kommt  niemals an die Atmosphäre des Zeltes in Dübendorf heran, doch den Lausanner gefallen die barbusigen Tänzerinnen, gewöhnliche Zirkusnummern aus dem Cirque du soleil oder „Supertalent“.

Nicht alles ist neu. So frech die Idee das Abendmahl von Leonard da Vinci mit einem Schwein als Hauptgang, der zur Orgie wird, auch ist, das Bespritzen mit Neofarben sah man schon das letzte Jahr. Eigentlich auch Mario Espanol Badewannenkunst. Doch der Schweizer mit philipinischen Wurzeln kombiniert Tanz und Akrobatik mit einem Schuss Erotik so geschickt, dass auch er reichlich Applaus bekommt.

Die Band spielt extrem laut, so dass man Ohrstöpsel braucht, diese aber dann rausnehmen sollte, sobald die Sängerin loslegt. Die hat ein Hammerorgan und beherrscht von „Ave Maria bis Techno “ alles.

Die diesjährige Vorstellung kommt niemals an die ausgeklügeltere Variante vom letzten Jahr ran, setzt aber mit Rueben Kayes fechem Witz einen neuen Akzent.

Biel – Unser Leben auf vier Rädern im Van als moderne Nomaden

Vor vier Jahren an einem Winterabend entschieden Martina Zürcher und Dylan Wickrama in Biel, dass sie fortan als Nomaden im Van leben möchten. Was sie bei den Reisen durch Europa und Asien auf vier Rädern erlebt haben, erzählen sie ab dem 26.10.19 in der Multimediavortragsreihe von Explora durch die Deutschschweiz und vorher im Interview.

Martina Zürcher, Schweizer haben Angst zu leben und denken zuerst ans Geld. Brauchte es die Liebe zu einem Mann aus einer anderen Kultur, um auszubrechen aus Biel oder was war der Grund für den Wechsel zu einer mobilen Lebensform?

Ich war aber bereits bevor ich meinen Mann Dylan kennenlernte immer viel in der Welt unterwegs und suchte mir meine Jobs mit dem Herz und nicht so sehr mit dem Taschenrechner aus. Und da auch Dylan so tickt, haben wir uns 2015 dazu entschlossen mit unserer Leidenschaft selbständig zu machen. Der Umzug von einer Wohnung in den Van folgte danach, als logischer Schritt, weil wir mit unseren Vorträgen und Bücherlesungen mehr Zeit unterwegs verbrachten, als in unsere Wohnung in Biel. Einfacher fiel mir diese Veränderung sicherlich auch, weil mir mit Anfang Dreissig durch den Tod meiner engsten Freundin sehr bewusst wurde, dass wir nicht unendlich viel Zeit haben und es wichtig ist jetzt zu leben.

Dylan Wickrama, Wohnmobils sind in, doch mit einem Van durch die Wüste braucht wohl noch zusätzliche Vorbereitungen. Was mussten Sie als ehemaliger Automechaniker noch alles umbauen, bevor es in Richtung Zentralasien losging?

Wir haben zum Glück ein 4×4 Fahrzeug und so haben wir eigentlich nur etwas grössere Reifen montiert, einen Seilzug und Kompressor und so einiges an Werkzeugen und kleineren Ersatzteilen mitgenommen. Ausser dem Ersatzrad, welches wir zusätzlich ans Fahrzeug montierten, sowie der etwas verstärkten Federung, die ich hinten eingebaut habe, haben wir am Fahrzeug nichts geändert. Was auf einer Reise alles passiert, kann man im Voraus unmöglich wissen. Aber genau diese Abenteuer schreiben dann auch die schönsten Geschichten.

Sie verbrachten zuerst zwei Jahre überall in Europa, danach ging es aber in Länder wie Tadschikistan oder die Mongolei. Erkundigten Sie sich vor Landeseintritt über die jeweiligen Sitten und Moral oder war die Haltung, ein Lächeln öffnet alle Tore?

Es ist eine Mischung aus Beidem. Wir lesen vor allem Bücher und Reportagen über uns fremde Länder, versuchen aber nicht uns davon ein fixes Bild der Menschen zu machen, die dort leben. Russland ist da ein gutes Beispiel: Wir hören im Westen so viel Negatives über dieses Land, das Feindbild Russland ist seit dem Kalten Krieg aufrechterhalten worden. Aber wenn man da ist, realisiert man, wie warm und herzlich die Menschen sind. Und so erleben wir es überall. Es sind die „normalen“ Menschen, die ein Land ausmachen und wir lernen immer wieder, dass wir Menschen überall viel mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede haben.

Leben Sie als Van-Nomaden bewusst in den Tag hinein oder hatte der Tag neben der Wetterbewältigung noch eine Struktur?

 Bei uns ist jeder Tag anders: Einmal haben wir fixe Termine oder Deadlines, wie alle anderen arbeitenden Menschen auch. Dann haben wir Zeiten, wo wir uns Arbeit und Freizeit selbst einteilen können und da bestimmt dann schon das Wetter, wann wir Arbeiten und wann wir draussen in der Natur sind. Praktisch ist, dass wenn zum Beispiel eine Grenze fünf Tage zu ist, wie das in der Mongolei der Fall war, wir uns einfach fünf Tage hinter unsere Laptops setzen und die Wartezeit in intensive Arbeitstage umwandeln können. Oder auch, dass wir uns für spontane Einladungen Zeit nehmen können. Das Leben im Bus verlangt viel Flexibilität, somit aber auch viel Selbstverantwortung und Disziplin, so dass man zwischen Arbeit und Freizeit die Balance hält. Aber da bei uns die beiden Bereiche verschmelzen, ist dies für uns kein Problem. Wir lieben unsere Jobs.

Mehr als 3 Jahre auf wenig Raum und vier Rädern verändern die Beziehung zu einander? Gab es auch Krisenwochen zwischen Euch?

Der Umzug von einer Wohnung in den Bus hat unsere Beziehung im Positiven verändert. Auf so wenig Raum zu leben und einen so intensiven Alltag wie im Bus zu leben, wo man fast alles gemeinsam machen muss, wo man als Team funktionieren muss, macht es unmöglich einen Streit über Tage auszutragen. Auseinandersetzungen sind bei uns heute sehr schnell wieder vorbei. Vielleicht auch weil wir unsere gemeinsame Leidenschaft zum Beruf und zum Alltag gemacht haben. Wir lieben es so zu leben und erleben soviel Positives und Schönes gemeinsam, dass dies einen höheren Wert hat, als die Macke am anderen, die manchmal nervt.

Sie leben seit fast vier Jahren im Bus und erzählen auf der Exploravotragsreise durch die Deutschschweiz bis zum 26.11. davon. Werden sie bald wieder sesshaft?

Für uns ist das Leben im Bus zu einer Lebensphilosophie geworden. Wir zogen von vier Wänden auf vier Räder, weil wir möglichst viel von der Welt sehen wollen. Aber dieser intensive Alltag gab uns unerwartet viel mehr, so dass wir uns heute nicht mehr vorstellen können, jemals wieder in eine Wohnung zu ziehen. Wir lieben es draussen in der Natur aufzuwachen, das Wetter direkt zu spüren oder beim Duschen den Vollmond hinter den Bäumen aufgehen zu sehen. Zudem glauben wir, dass ein minimalistisches Leben mit wenig Konsum ein Lebensmodel mit Zukunft ist.

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Zürich – Motti ist zurück – der Nachfolger von Thomas Meyer

 

Spätestens nach der Verfilmung kennt jeder Thomas Meyers Motti, den jungen orthodoxen Juden und seine Probleme mit der Mutter und den Frauen. Nun gibt es auch auf Wunsch des Diogeneschefs eine Fortsetzung des Romans unter dem Titel „Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit der Spionin“. Und diese ist ganz anderes als gedacht. Wie verrät Thomas Meyer im Interview.

 

Im ersten Wolkenbruch-Roman (Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse) hatte der Protagonist Motti vor allem mit Widerständen aus seiner jüdisch-orthodoxen Familie zu kämpfen. Im neuen Roman kämpft er nun gegen eine Gruppe von Nazis um nicht weniger als die Weltherrschaft. Was hat Sie dazu bewogen, Motti auf die große Bühne der Weltpolitik treten zu lassen?
Thomas Meyer: Nun, ich bin Motti und damit meiner Phantasie eher als Chronist gefolgt, als dass ich ihn dorthin befehligt hätte. Natürlich beschäftigt mich die aktuelle politische, ökologische und soziale Lage, aber das ist ja noch kein Grund für ein Buch. Bücher entstehen bei mir, weil eine spezifische Idee sich so lange aufdrängt, bis ich sie endlich zu Papier bringe. Man kann das auch als kreative Resignation bezeichnen.
Der neue Roman ist in vielem ganz anders als Wolkenbruchs wunderliche Reise und spielt auf humorvolle Weise mit dem Genre des Agentenromans – was aber bleibt gleich?
Thomas Meyer: Der Titel ist im selben Duktus wie derjenige des ersten Romans. Auch die Mame spielt wieder eine wichtige Rolle, was aber erst gar nicht so geplant war. Im Gegensatz zur neuen Schickse: Dass Motti wieder einer Nichtjüdin erliegt, war von Anfang an klar. Er wird es nie lernen.
Für Motti ist Antisemitismus Teil des täglichen Lebens, irgendwann, so erfahren die Lesenden, hat er sich daran gewöhnt, »dass es Antisemiten gibt, die niemanden verprügeln, keine Gräber schänden, gesittet diskutieren und aus genau diesen Gründen überzeugt sind, nicht antisemitisch zu sein, aber trotzdem einen Haufen Scheiße erzählen«.
An einer anderen Stelle wird der Roman noch direkter, dort heißt es: »Es ist wieder gefährlich, Jude zu sein« – haben Sie selbst antisemitische Anfeindungen erlebt?
Thomas Meyer: Ja, und zwar wie oben erwähnt. Es gibt den Schweizer Antisemitismus, der ganz harmlos, ja sogar freundlich interessiert daherkommt, aber dennoch mit den übelsten Klischees operiert. Letztlich ist es Schweizer Antisemitismus zu behaupten, es gebe in der Schweiz keinen Antisemitismus. Ich weiß nicht, wie oft ich mir habe anhören müssen, meine Nase sei jüdisch. Und wenn die Rede auch nur im Entferntesten auf das Thema Geld kommt, ist auch klar, welche Sprüche fallen. Vielleicht habe ich mir das auch selbst zuzuschreiben, durch meinen ironischen Umgang mit dem Thema, aber die Leute differenzieren überhaupt nicht. Es geht ihnen jegliche Raffinesse ab. Sie sehen: Aha, der Jude spielt mit Klischees, dann bringe ich auch mal eines. Dann unterstellen sie mir Geiz und sind völlig perplex, wenn ich das nicht lustig finde.
Ein Begriff, auf den man beim Lesen stößt, ist die »kognitive Faulheit«. Was genau ist damit gemeint? Sind wir schlichtweg zu faul, um uns mit dem vermeintlich »Fremden« auseinanderzusetzen?
Thomas Meyer: Ich bin aufgrund eines Interviews mit dem Psychoanalytiker Niels Birbaumer darauf gekommen. Er sagt, wir seien zu faul, den kognitiven Aufwand zu betreiben, die Dinge durchzudenken, gegen die wir sind. Ich sehe das auch so. Würden die Leute all diesen bösartigen Mist nicht einfach nachplappern, sondern mal überlegen, ob es überhaupt so sein kann, wie sie behaupten, dann sähen sie sofort, dass sie einem idiotischen Märchen aufgesessen sind. Aber das wäre dann halt peinlich. Es passt nicht zum allwissenden Selbstbild. Und halt auch nicht zum offenbar verbreiteten Bedürfnis, auf andere herabschauen zu können.
Im Roman gibt es eine sogenannte Hassmaschine, die über das Internet rassistische Kommentare und Fake News verbreitet. In der Folge sind Wahrheit und Lüge mitunter kaum noch zu unterscheiden. Inwieweit ist dieser Zustand bereits Realität geworden, und wo sehen Sie die größten Gefahren in Bezug auf die sozialen Medien?
Thomas Meyer: Der Zustand ist doch längst Realität! Und zwar genau wegen der sozialen Medien. Früher musste man noch einen Leserbrief an eine Zeitung schreiben, mit der Maschine, und ihn zur Post bringen. Die Publikation war zudem ungewiss. Heute sind Aufwand und Erfolgsaussicht genau umgekehrt: Man kann ohne zu überlegen etwas von sich geben, und alle sehen es. Kein Wunder, verroht der Ton immer mehr. Die Hassmaschine ist eine fiktiv-technische Darstellung eines realen Menschenzustandes.
Im Text werden zahlreiche originale Facebook-Hasskommentare verarbeitet, gleichzeitig ist der Roman aber sehr humorvoll. Wie gelingt Ihnen dieser Spagat, und welche Rolle spielt Humor nach Ihren Erfahrungen im Umgang mit Intoleranz und Hass?
Thomas Meyer: Ich versuche #GreenShirtGuy nachzueifern, dem viral gegangenen Mann, der sich an einer Bürgerversammlung in den USA über eine Trump-Unterstützerin kaputtlachte. Diesem lebens- und menschenfeindlichen Geplärre kann man wirklich nur so begegnen. Darum habe ich dieses Buch ja auch gemacht: um diesen unsäglichen Zuständen etwas entgegenzusetzen. Das hilft aber letztlich nur einem selbst. Wer hetzt und hasst, dem ist nicht zu helfen. Er ist seelisch verloren.
Man hat beim Lesen den Eindruck, das Schreiben dieses Romans haben Ihnen grossen Spass gemacht – stimmt das?
Thomas Meyer: Schreiben bedeutet mir ohnehin viel Freude, aber ja, in diesem Fall hatte ich in der Tat ein Riesengaudi.

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Das Interview wurde zur Verfügung gestellt von Diogenes
Fotos von Lukas Leinhard / Copyright Diogenes Verlag

Zürich – Ueber die Herbsttournee zum Jubiläum des Schweizer Sinfonie Orchesters

Nicht ein sondern gleich zwei Jahre feiert das Schweizer Sinfonie Orchester sein 50-jähriges Jubiläum. Mit auf der Herbsttournee, die am 27.10.19 im Casino Frauenfeld beginnt und durch weitere fünf Schweizer Städte geht, ist auch die Geigerin Nicole Benz aus Bern. Wie sie die Jahre im Orchester erlebt, das oft ein Sprungbrett für eine Karriere ist, verrät sie im Interview.

Das SJSO feiert zwei Jahre lang sein 50jähriges Bestehen und Sie als Präsidentin der Musikkommission gehen mit etlichen Jungmusikern am 27.10 im Casino Frauenfeld auf Herbsttournee? Wählten Sie das Programm Tschaikowsky und Schostakowitsch aus, nachdem Sie die Jungmusiker und ihr Können kennengelernt hatten oder war das schon im Vorfeld klar?

Ja, genau, ich spiele nun seit fünf Jahren als zweite Geige im SJSO, ich bin also mit 24 Jahren bereits eine der Älteren. Die Musikkommission an sich besteht aus acht Musiker*innen aus dem Orchester und unserem Dirigenten Kai Bumann. Die Tournee-Programme stellen wir in der Musikkommission in Absprache mit dem Stiftungsrat jeweils zwei Jahren im Voraus zusammen. Durch die Altersbegrenzung gibt es im SJSO eine sich ständig wandelnde Besetzung. Es ist also nicht möglich die Programme auf die einzelnen Musiker*innen anzupassen, viel mehr wählen wir die Leute bei den Probespielen aufgrund des Niveaus, das die Stücke erfordern.

 


Im SJSO spielen Talent von 15 bis 25 Jahren aus allen Landesteilen. Wie werden Sie auf diese Talent seit 1969 aufmerksam ?

Zwei Mal im Jahr veranstalten wir ein zweitägiges Probespiel, für das sich die Musiker*innen anmelden können und für welches wir in der ganzen Schweiz Werbung machen. Voraussetzung dafür ist neben dem Alter die Schweizer Staatsbürgerschaft oder ein Studienplatz an einer Schweizer Hochschule. Das Niveau des Orchesters ist in den letzten Jahren gestiegen. Früher bestand das SJSO auch aus einem grossen Teil Amateur*innen, heute bestehen fast ausschliesslich Musikstudierende das Probespiel.

 
Im Orchester eines Konzertes finden sich eine grosse Anzahl Jungmusiker. Wie bringen Sie diese Leute aus allen Landesteilen für die Proben zusammen oder  heisst es als Mitglied sein viel Selbststudium?

Wöchentliche Proben wären mit dem SJSO undenkbar. Schon die Konzerte sind gerade für Leute aus Genf oder dem Tessin mit sehr viel Reiseaufwand verbunden. Zwei mal im Jahr treffen wir uns deshalb für eine Woche im Hotel Laudinella in St. Moritz. Dort studieren wir das jeweilige Konzertprogramm ein bevor wir damit auf Tournee gehen. Natürlich übt jede*r für sich seine Stimme bevor wir zusammen proben, die Tuttiproben sind, neben den Konzerten, aber immer noch der wichtigste Bestandteil unserer Arbeit.


 SJSO Tournee heisst für die Musiker streng nach Noten spielen, gibt es auch Freiräume der Improvisation?
Unsere Programme bestehen meist aus grossen klassischen, sinfonischen Werken. Ja, wir spielen also im SJSO streng nach dem Notentext und nach den Anweisungen von Kai Bumann. Zeit für freies Zusammenspiel, Kammermusik, Impro etc. lässt sich in St. Moritz neben den regulären Proben aber immer finden!
Was nehmen Sie von einer Tournee mit SJSO für Ihr persönliches Leben nach Hause?
Die Erinnerung an berührende musikalische Momente, einige neu entdeckte Freundschaften, die Genugtuung ein weiters grosses Repertoirestück gespielt zu haben – Kurz gesagt sehr viele tolle menschliche und künstlerische Erfahrungen!

Weitere Informationen zur Herbsttournee hier 

Die Fotos wurden zur Verfügung gestellt