Zürich – Ueber die Herbsttournee zum Jubiläum des Schweizer Sinfonie Orchesters

Nicht ein sondern gleich zwei Jahre feiert das Schweizer Sinfonie Orchester sein 50-jähriges Jubiläum. Mit auf der Herbsttournee, die am 27.10.19 im Casino Frauenfeld beginnt und durch weitere fünf Schweizer Städte geht, ist auch die Geigerin Nicole Benz aus Bern. Wie sie die Jahre im Orchester erlebt, das oft ein Sprungbrett für eine Karriere ist, verrät sie im Interview.

Das SJSO feiert zwei Jahre lang sein 50jähriges Bestehen und Sie als Präsidentin der Musikkommission gehen mit etlichen Jungmusikern am 27.10 im Casino Frauenfeld auf Herbsttournee? Wählten Sie das Programm Tschaikowsky und Schostakowitsch aus, nachdem Sie die Jungmusiker und ihr Können kennengelernt hatten oder war das schon im Vorfeld klar?

Ja, genau, ich spiele nun seit fünf Jahren als zweite Geige im SJSO, ich bin also mit 24 Jahren bereits eine der Älteren. Die Musikkommission an sich besteht aus acht Musiker*innen aus dem Orchester und unserem Dirigenten Kai Bumann. Die Tournee-Programme stellen wir in der Musikkommission in Absprache mit dem Stiftungsrat jeweils zwei Jahren im Voraus zusammen. Durch die Altersbegrenzung gibt es im SJSO eine sich ständig wandelnde Besetzung. Es ist also nicht möglich die Programme auf die einzelnen Musiker*innen anzupassen, viel mehr wählen wir die Leute bei den Probespielen aufgrund des Niveaus, das die Stücke erfordern.

 


Im SJSO spielen Talent von 15 bis 25 Jahren aus allen Landesteilen. Wie werden Sie auf diese Talent seit 1969 aufmerksam ?

Zwei Mal im Jahr veranstalten wir ein zweitägiges Probespiel, für das sich die Musiker*innen anmelden können und für welches wir in der ganzen Schweiz Werbung machen. Voraussetzung dafür ist neben dem Alter die Schweizer Staatsbürgerschaft oder ein Studienplatz an einer Schweizer Hochschule. Das Niveau des Orchesters ist in den letzten Jahren gestiegen. Früher bestand das SJSO auch aus einem grossen Teil Amateur*innen, heute bestehen fast ausschliesslich Musikstudierende das Probespiel.

 
Im Orchester eines Konzertes finden sich eine grosse Anzahl Jungmusiker. Wie bringen Sie diese Leute aus allen Landesteilen für die Proben zusammen oder  heisst es als Mitglied sein viel Selbststudium?

Wöchentliche Proben wären mit dem SJSO undenkbar. Schon die Konzerte sind gerade für Leute aus Genf oder dem Tessin mit sehr viel Reiseaufwand verbunden. Zwei mal im Jahr treffen wir uns deshalb für eine Woche im Hotel Laudinella in St. Moritz. Dort studieren wir das jeweilige Konzertprogramm ein bevor wir damit auf Tournee gehen. Natürlich übt jede*r für sich seine Stimme bevor wir zusammen proben, die Tuttiproben sind, neben den Konzerten, aber immer noch der wichtigste Bestandteil unserer Arbeit.


 SJSO Tournee heisst für die Musiker streng nach Noten spielen, gibt es auch Freiräume der Improvisation?
Unsere Programme bestehen meist aus grossen klassischen, sinfonischen Werken. Ja, wir spielen also im SJSO streng nach dem Notentext und nach den Anweisungen von Kai Bumann. Zeit für freies Zusammenspiel, Kammermusik, Impro etc. lässt sich in St. Moritz neben den regulären Proben aber immer finden!
Was nehmen Sie von einer Tournee mit SJSO für Ihr persönliches Leben nach Hause?
Die Erinnerung an berührende musikalische Momente, einige neu entdeckte Freundschaften, die Genugtuung ein weiters grosses Repertoirestück gespielt zu haben – Kurz gesagt sehr viele tolle menschliche und künstlerische Erfahrungen!

Weitere Informationen zur Herbsttournee hier 

Die Fotos wurden zur Verfügung gestellt

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