Lausanne – Ohlala – Zirkus kommt in die Westschweiz

 

Ab dem 23. Oktober gastiert die neunte Ausgabe vom Zirkus Ohlala unter dem Titel „Destiny“ mit dem sexy Programm im Salle Métropole in Lausanne. Wie Produzent und Regisseur Gregory Knie zu seinen Artisten kommt und wieviel eigentlich seine Phantasie mit der besonderen Programmnote ist, verrät er im Interview.

 

 
Ab dem 23.10 gastiert der Circus Erotikzirkus Ohlala in Lausanne. Reisen Sie das ganze Jahr durch die Welt von einer Vorstellung zu anderen und engagieren dann Artisten, die Ihnen gefallen oder wie finden Sie die Künstler? 
GK: Wir bekommen sehr viele Bewerbungen direkt von Artisten, dort findet sich dann gerne mal der ein oder andere der in unsere Show passt. Zusätzlich gehe ich unterhalb der Saison oft auf Reisen und schaue mir diverse Produktionen an, um neue Artisten kennenzulernen. Das können grosse Produktionen, aber auch Underground-Events sein.
 “Destiny” der Titel der diesjährigen Vorstellungen. Machen die Artisten für Ihr Programm eine extra Erotikausgabe ihrer Kunst oder braucht es lange Gespräche bis beide Seiten eine sexy Version gefunden haben? 
GK: Klar gibt es natürlich Zirkusnummern, die von Grund auf erotischer sind als andere, den Artisten muss aber auch von Anfang an bewusst sein, dass Ohlala eine sexy und crazy Show ist. Viele Artisten kommen bereits mit spannenden Ideen im Gepäck, gemeinsam schaffen wir es dann aus allem ein sexy Gesamtpaket zu zaubern. Unser Ziel ist es, dass nicht eine einzelne Nummer, sondern das ganze Programm ein Highlight ist.
Dieses Jahr war Knie durch das Musical Ihres Vaters und die Jubiläumsausgabe und den Generationswechsel im Familienzirkus omnipräsent. Sehen Sie Ihr Ohlala losgelöst von der Familie Knie oder als junge und andere Ausgabe der Dynastie Knie? 
GK: Aus meiner Sicht handelt es sich bei sämtlichen Projekten um ein ergänzendes Angebot. Die unterschiedlichen Shows und Projekte decken jeweils unterschiedliche Genres ab und bedienen somit auch unterschiedliche Zielgruppen. Insgesamt ergibt sich so ein breites Angebot an Events und Unterhaltungsmöglichkeiten, im Rahmen dessen sicherlich jeder etwas findet, dass seinem Geschmack entspricht.
   Sie sind Produzent und Regisseur von Ohlala. Wieviele Idee vom Programm sind den eigentlich Ihre oder entsteht eine Show von der ersten Minute an stets im Team? 
GK: Das ist ganz unterschiedlich. Natürlich stammen viele Ideen auch aus meiner Feder, ich ziehe meine Inspiration aus den unterschiedlichsten Dingen, seien es beispielsweise Kleinigkeiten aus dem Alltag oder die Bewegung eines Artisten. Wir besprechen aber kreative Ideen immer auch von Anfang an im Team, so dass schlussendlich aus den verschiedenen Dynamiken und Inputs ein Gesamtkunstwerk entsteht.
Ein Abstecher in die Westschweiz nach Dübendorf ist mutig. Sind Sie eigentlich nervös vor einer Premiere und zeigen die Show einem Testpublikum oder ist jede Ausgabe ein Sprung ins kalte Wasser der Unterhaltung? 
GK: Ich bin vor einer Premiere immer etwas nervös. Wenn man das verliert, wäre das ja nicht gut. Man kann sich vor einer Premiere nie sicher sein, wie das Publikum reagieren wird – auch wenn mein Team und einige meiner Vertrauten die Show schon vorab sehen. Kein Programm ist gleich, und man will ja auch immer neue Dinge ausprobieren.

Weitere Informationen zu Ohlala hier


Kritik zur Lausanne Premiere

Noch vor Beginn der Vorstellung geht ein Mann mit Schmicke im Gesicht und rotem Frack durch die engen Stuhlreihen und öffnet den Mund einiger Zuschauerinnen und giesst Champagner in ihren Rachen während sein Hintern den Begleitern die Sicht wegnimmt. Später wird dieser Frechdachs als Reuben Kaye, Cabretkünstler aus England mit einem zügellosen Mundwerk durch das Programm führen und alle bekommen ihr Fett weg, so frech ist er. Seine homosexuellen Sprüche treiben einigen Lausannern die Schamröte ins Gesicht, den meisten gefallen sie und Ruebens Witz wird der Hit des Abends.

Ein Gummischlauch fällt von der Decke, für Ruebens klar ein Kondom, doch Nick Beyeler aus Bösingen klettert in der Unterhose in den Gummi nach oben und ränkelt seinen muskulösen Körper,  das sich die Sehnen im Plastik spiegeln, bis sich der Freiburger fallen lässt und unversehrt aus dem Schlauch auftaucht und den Applaus entgegennimmt.

Das Theater Métropole, ähnlich gebaut wie das Bierhübeli oder Volkshaus, kommt  niemals an die Atmosphäre des Zeltes in Dübendorf heran, doch den Lausanner gefallen die barbusigen Tänzerinnen, gewöhnliche Zirkusnummern aus dem Cirque du soleil oder „Supertalent“.

Nicht alles ist neu. So frech die Idee das Abendmahl von Leonard da Vinci mit einem Schwein als Hauptgang, der zur Orgie wird, auch ist, das Bespritzen mit Neofarben sah man schon das letzte Jahr. Eigentlich auch Mario Espanol Badewannenkunst. Doch der Schweizer mit philipinischen Wurzeln kombiniert Tanz und Akrobatik mit einem Schuss Erotik so geschickt, dass auch er reichlich Applaus bekommt.

Die Band spielt extrem laut, so dass man Ohrstöpsel braucht, diese aber dann rausnehmen sollte, sobald die Sängerin loslegt. Die hat ein Hammerorgan und beherrscht von „Ave Maria bis Techno “ alles.

Die diesjährige Vorstellung kommt niemals an die ausgeklügeltere Variante vom letzten Jahr ran, setzt aber mit Rueben Kayes fechem Witz einen neuen Akzent.

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