Zürich – Bruno Mansers Kampf gegen die malaysische Gier als Film

Der Basler Umweltaktivist Bruno Manser suchte Wahrhaftigkeit statt Konsum und fand sie zum einen im Leben im Dschungel von Borneo und zum anderen im Kampf gegen dessen Abholzung und bezahlte mit dem Leben dafür. Unter der Regie von Niklaus Hilber und dem Schauspiel von Sven Schelker ist „Bruno Manser – die Stimme des Regenwaldes“ ein Film geworden, den niemand ohne feuchte Augen und Scham verlässt und noch lange nachhallt.

Wie sagte der kleine Prinz? Man sieht nur mit dem Herzen gut. Als der Basler Ethnologe Bruno Manser 1984 sich mit einem Kleinboot durch einen Fluss des Dschungels fahren lässt, ist er wie heute die Klimajugend ein Kind seiner Zeit, das begriffen hat, dass wir Gottes Schöpfung töten und dabei uns selbst. Die Stimme des Stammesführes des Naturvolkes der Penan erklärt im Off, dass Bruno mit dem Kind im Manne dem folgte, was er ihn sich trug. Und bis der Schweizer weiss, was das ist, kämpft er sich durch das Dickicht des Urwaldes und entdeckt eines Tages beim Feuermachen Rauch in einiger Entfernung. Mit dem Migrosrucksack und John Lennon Brille kommt er der Gruppe der Lendenschutztragenden Penan sehr nahe bis er eines Nachts den Klang einer Flöte hört. Er holt seine Blockflöte aus der Primarschule aus dem Rucksack, spielt den Klang nach und siehe tags darauf verfliegen die Aengste des Naturvolkes dem Weissen gegenüber.

Bruno Manser alias Sven Schelker spricht nun fast Dreiviertel des Films die Spraches des Naturvolkes, bei dem auch vier Monate gedreht wurde und Statisten mitspielen. Die Untertitel mit den Dialogen über die Natur und des Naturvolkes Lebensansicht sind „Avatar“ ähnlich und auch der Frieden auf Erden ist filmverwandt.
Doch gleich neben dem Früchtebaum entdeckt im Paradies eine Frau ein Kreuz an einem Baum, nein zwei, drei, ……. Der Anfang vom Ende des Nomadenlebens der Penan, den schon am nächsten Morgen kommen die Bagger und Sägen und einer nach dem anderen der hundertjährigen Bäume fällt und mit ihnen die Lebensgrundlage der Penan.
Nun wird der Film politisch und Bruno Mansers unermüdlicher Einsatz vor Ort und später von der Schweiz aus die Abholzung zu stoppen, beginnt. Doch wer gegen das Geld, die Gier, die Macht kämpft, gegen den wird auch in einem buddistischen Land ein Kopfgeld ausgesetzt und schlussendlich muss der Basler aus dem Land fliehen, um von der Schweiz aus seinen Kampf weiterzusetzen.

Hier zeigt der Film auch, warum Bruno Manser, Sohn eines Sandozchemikers, so verbissen bis zur UNO für sein Anliegen kämpfte. Es war sein Vater und dessen Spiessigkeit und wie bei sovielen seiner Generation der Schmerz eines Kindes den Vater an die Arbeit und das Geld verloren zu haben.
Als Bruno Manser Ende der 90ier Jahre wieder nach Borneo durch die vertrocknete Erde des Regenwaldes fährt, leben einige Penan in Siedlungen wie die Indianer in Amerika dahin und einige findet er wie seinen geistigen Vater noch im Dschungel diesmal in T-Shirts.
Der Schmerz über den Verlust des Paradies muss für den Basler in diesem Moment grenzenlos gewesen sein und seine Mörder kommen immer näher.

Wir wissen, der Dschungel hat ihn seither zu sich genommen,wie auch immer, er gilt als verschollen.

Nach dem Zwinglifilm Anfang des Jahres hört das Schweizer Kinojahr mit „Bruno Manser – die Stimme des Regenwaldes“ mit einer Produktion auf Hollywoodniveau auf. Der Film, der eigentlich eine gespielte Dokumentation mit wenig Fiktion ist, ehrt den Basler Umweltaktivist sehr. Er ist von einem traurigen Grundton, sehr ernst, alle Schauspieler und besonders Sven Schelker spielen grandios. Der Film könnte ins Oscarrennen kommen und wird so oder so jetzt schon ein Kassenschlager und auch in zwanzig Jahren aktuell bleiben, als Mahnmal gegen die Gier des Menschen in Malaysia und der Rest der Welt.

FILMSTART ist der 7.November

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