Bern – Der grosse Diktator von Charles Chaplin im Konzerttheater

Was Kim Jong, Erdogan und Trumpf, Herrscher von heute ohne Herz anrichten, lesen wir jeden Tag. Wie Dikatoren wie Hitler und Cesar tickten, zeigte uns Charles Chaplin bereits im Film und Regisseur Cihan Inan in der Berner Theateraufführung von „der grosse Diktator“, die mehr ist als Herrscher durch den Kakao ziehen.

Charles Chaplin mochte die Schweiz, schliesslich wurden in seiner Villa in Corsier sur Vevey die meisten seiner Kinder geboren und hier starb er am Weihnachtstag 1977. Da die Erben sehr genau darauf schauen, wer und für was dieser Name des wohl grössten Komikers aller Zeiten gebraucht wird, darf sich das Konzerttheater Bern stolz schätzen, den Zuspruch für die Bühnenfassung von“ der grosse Diktator“ bekommen zu haben. Der erste Tonfilm Chaplins war 1940 in der Diskussion, ob sich die USA am zweiten Weltkrieg beteiligen sollen, ein grosser Kinoerfolg gewesen und gewann vier Oscars.
Die 2,5 Stunden dauernde Aufführung beginnt mit einer Personenverwechslung. Ein jüdischer Friseur verliert bei einem Flugzeugabsturz im ersten Weltkrieg sein Gedächtnis und kehrt zwei Jahrzehnte als Diktator Anton Hynkel wieder auf den Kriegsschauplatz zurück. Ab jetzt heisst es „Hi Hynkel“ und jeder weiss, wer damit gemeint ist. Die satirisch eingesetzte fiktionale Sprache ist so voller Kunstworte, die aber den Zuhörer immer genug Informationen vermitteln, wer den was vom Naziregime damit gemeint ist. Eine Sprecherin begleitet besonders viel im ersten Teil der Aufführung die Handlung mit und lenkt die Aufmerksamkeit von einem Mann ab, für den es sich jeden Franken lohnt auszugeben.
Gabriel Schneider als Friseur und Diktator Tomaniens hat sowohl den aggressiven Tonfall, die Minik und Gestik Hitlers drauf wie das Kleinbürgerliche des Friseurs. Er ist fast die ganze Zeit auf der Bühne jongliert gut zwischen den kopierten Filmszenen und Neuinterpretationen.

Eigentlich ist ja der Film ein Geniestreich, das weiss auch Chaplinfan, Regisseur und Schauspieldirektor Cihan Inan. Deshalb versucht er gar nicht den Film zu kopieren. Ihn interessiert die Hitler Persiflage, die die Pose der Macht entlarvt und die Schlussrede Chaplin besonders. Darin fordert der Künstler: „Gebt euch nicht diesen Unmenschlichen hin. Maschinenmenschen mit Maschinenseelen und Maschinenherzen. Ihr seid keine Maschinen! Ihr seid kein Vieh! Ihr seid Menschen! Ihr tragt die Liebe der Menschlichkeit in euren Herzen! Ihr hasst nicht! Nur die Ungeliebten hassen.“
Während sich Komik und Ernst im Theaterstück die Hand geben und es auch etliche Längen hat, inszenierte Cihan Inan die Schlussrede gross und konnte so das Publikum zum minutenlangem Schlussapplaus anregen.

Weitere Informationen zu den Aufführungen von der grosse Diktator hier 

Fotos wurden zur Verfügung gestellt Copyright Annette Boutellier

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