Zürich – The King and I, etc. , etc., etc.

Freundschaften tun gut, doch bei Anna und dem König von Thailand dauert es drei Stunden in einer konservativen Aufführung im Theater 11 in Zürich bis sie sich im Muscial „King and I“ auf Englisch dies eingestehen können.

Es ist selten, dass Thais die Hauptrolle in einem Musical spielen und es war noch ungewöhnlicher als in der Kriegszeit die Vorlage Margaret Landons Roman „Anna und der König von Siam“ 1944 erschien. Doch Engländer als ehemalige Kolonialmacht lieben Geschichten, die zeigen, wie Herrscher ins Wanken kommen, wenn sie eine starke englische Frau besucht und alles durcheinanderbringt.
Die Witwe mit Sohn und Lehrerin Anna Leonowens ist so eine. Eine vorwitzige, schlaue und Zusammenstösse nicht scheuende Frau, die ab der Ankunft am Hofe von Siam (Bangkok) den König, des selbsternannten Sohn Gottes und des Lichts, oft an den Rand der Verzweiflung bringt mit ihren Vorstellungen einer emanzipierten Frau.
Der erste Teil des Musicals „The King and I“ ist wie die Premiere 1951 und die Verfilmung mit Yul Brynner 1956 eine recht langatmige Darstellung des Zusammenstosses der europäischen und thailändischen Kultur und ihrem Auslegen von Meinungsfreiheit und Machtunterwerfung.
Da die Thais teils mit recht leiser Stimme und ohne Mikro neben Anna, alle auf Englisch sprechen, braucht es schon Aufmerksamkeit im sehr warmen Theater 11 der Handlung zu folgen. Die Inszenierung ist ohne Erneuerungen und Spezialeffekte konservativ. Auflockern tun einige Lieder und komische Situationen und ein gewisser Sprachwitz (wenn Thais etc, etc, lernen und aussprechen).
Der zweite Teil der dreistündigen Aufführung mit Pause zeigt wie der westliche Einfluss im Palast die Frauen verändert. Der Höhepunkt ist allerdings dann wieder ein thailändisches Ballet vom Stück „Small House of Uncle Thomas“ , wo wie im ganzen Musical die thailändische Kunst und Kultur sehr sorgsam dargestellt wird.
Anna und der König kommen sich näher, zerwerfen sich allerdings sogleich wieder als der Herrscher eine Frau einer entdeckten verdeckten Liebschaft hart bestraft. Anna will abreisen, doch da erreicht sie die Nachricht, dass der König im Sterben nach ihr verlangt. Anna eilt zu ihm und die beiden versöhnen sich am Krankenbett, nicht zuletzt deshalb, weil Anna die Lehrerin längst alle Herzen ihrer Schüler, des Königs Kinder, erobert hatte.
Während sich die Thais im Musical “ The King and I“ in ihrem Schauspiel eher zurücknehmen, schöpft Anna unter der Regie Bartlett Sher aus dem Vollen und wirkt sehr lebendig.Da etliche Kinder die Aufführung ergänzen, ist es ein Musical für die ganze Familie, sofern sie Englisch spricht und drei Stunden sitzen mag.


The King and I im Theater 11 Zürich dauert noch bis zum 1.12.19

Weitere Informationen hier 

Fotos wurden zur Verfügung gestellt

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