Bern – El Anatsuis lebendige Skulpturen und mehr im Kunstmuseum

Was weiss man von Ghana und Nigeria? Schwierige Asylanten und korrupte Regierungen. Doch es gibt auch einen Poeten, der überstahlt das schwierige Erbe nach der Kolonialzeit Afrikas. Dem Künstler El Anatsui widmet das Kunstmuseum Bern vom 13.3. bis 21.6.2020 die erste Retrospektive in der Schweiz unter dem Titel „Triumphant Scale“.

Zum Glück hat das Kunstmuseum Bern sehr hohe Wände und lange Böden sonst wäre die Ausstellung mit den lebendigen Skulpturen aus Alliminium gar nicht möglich gewesen. Formate von 5 mal 10 Meter sind keine Seltenheit. Bis zu vierzig Personen arbeiten an dieser Mischung aus Gewebe und Skulptur mit Abfallprodukten. Die Flaschen- oder Likörettiketen oft der Marke Castello werden mit der Eisenschere zurecht geschnitten und dann zu einem „Teppich“ zusammengenäht. Doch damit nicht genug. Es kommt auf die Falten an. Sie geben Leben und Spiel ins bunte Warenprodukt, dass El Anatusi anders als die Popart zwecksentfremdet und mit den Falten die gleichförmige Fläche in eine Skulptur verwandelt.
Der Afrikaner gibt hier einem Abfallprodukt der Weissen aus der Kolonialzeit eine Bedeutung und auch dem Begriff Abstrakt.Ob Schraubverschlüsse oder Lollypops alles wird zu momumentalen Plastiken, die dank den Falten etwas erzählen.
El Anatsui wurde 1944 in Ghana geboren, lebte aber ab 1975 als Lehrer an der Fakultät für Schöne und Angewandte Künst an der Universiät von Nigeria und seine Zeichnungen sind auch ein Wechselspiel zwischen Abstraktem und Figürlichem aber sie enthalten auch nicht auf den ersten Blick sichtbare Symbole der 300 Sprachen Nigerias. Also auch hier sieht man, dass El Anatusi eine europäische Ausbildung genossen hat, aber sich auch mit der Hochkultur des eigenen Landes auseinandergesetzt hat.
So richtig los mit der Kunstkarriere und Dutzenden von Preisen ging es nach einer Ausstellung an der Biennale in Venedig Anfang des Jahrhunderts und das Kunstmuseum Bern vergisst natürlich in seiner Retrospektive nicht die Reliefarbeiten in Holz und Keramik.
Die beste Vorbereitung auf die Ausstellung ist den auch gar keine, sondern was einzig zähle wie es El Anatsui sagt, sei das, was der Zuschauer aus dem Betrachten der Werke mit seiner Phantasie mache.

Weitere Informationen zur Ausstellung hier 

Bildlegenden
Bild 1
El Anatsui Gravity and Grace, 2010 Flaschenverschlüsse aus Aluminium und Kupferdraht 482 x 1120 cm Collection of the artist Nsukka, Nigeria © El Anatsui. Courtesy of the artist and Jack Shainman Gallery, New York
Bild 2
 El Anatsui © Maximilian Geuter
Bild 3
 El Anatsui Black Block, 2010 Aluminium und Kupferdraht zwei Teile, je 525,8 x 339,1 cm, 30,39 kg Brooklyn Museum, Bequest of William K. Jacobs, Jr., by exchange, 2013.7a-b. © El Anatsui
Bild 4
 El Anatsui Sacred Cows, 1982 Tinte auf Papier 27,5 x 23 cm Collection of the artist Nsukka, Nigeria © El Anatsui. Courtesy of the artist and Jack Shainman Gallery, New York
Bild 5
El Anatsui Wisdom, 1974 Holz, Farbe, Lack, 40 x 39 cm Omooba Yemisi Adedoyin Shyllon Art Foundation(OYASAF), under a subsisting grant to the Yemisi Shyllon Museum of Art at Pan Atlantic University, in Ibeju, Lekki, Lagos, Nigeria Foto: Adolphus Opara, courtesy El Anatsui Studio and OYASAF Foundation, Lagos © El Anatsui

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