Aschaffenburg – Dominic Fischer will mit deutschem Pop auf eigenem Label durchstarten

Der Mann hat so Einiges im Showgeschäft gemacht und erlebt und mit dem Album „Jetzt ist die Zeit“, will er sich nicht mehr fremdbestimmen lassen sondern den Weg gehen mit seinem Popschlager, den er für den richtigen hält. Ein Bayer, der auch in der Schweiz wahrgenommen werden sollte.

 
 

Dominic Fischer, in der Schweiz kennt man Sie noch nicht, wer sind Sie?

 
Tatsächlich bin ich in der Schweiz noch ein eher unbeschriebenes Blatt und das trotz der Tatsache, das ich schon einige Auftritte dort mein Eigen nennen konnte.
Wer ich bin? Das ist eine schwierige Frage, die ich eben genau mit meinen neuen Songs versuche zu beantworten.
Nachdem ich über 40 KG Gewicht verloren habe und mit neu gewonnenem Selbstbewusstsein im Gepäck, wagte ich mich erstmals 2005 auf die Bühne, um endgültig meiner Leidenschaft nachzugehen: Musik. Mit dem Castingsieg und Eintritt bei der Boygroup SpektaCOOLAir startete ich meine Reise, die ich vor allem meinem musikalischen Vorbild und der tiefen Freundschaft zu Richy Dee verdanke. 2007 gründetete ich gemeinsam mit einem Freund die Pop-Rock-Band VERLEGEN, die über 200 Auftritte ihr Eigen nennen durfte (Beste Newcomer Band Hessens). Nach Auflösung der Band ging es weiter, über ausverkaufte Musicalvorstellungen mit KILLERQUEEN, Soloauftritten und letztlich auf neue Wege, dank der Gewinne um die Titel „Mister Bayern 2012“ & „Vize Mister Euro International“ – die mich zu der Zeit zu einem gefragten Gesicht für Fashionshows und Fotoshootings machten – doch das war absolute nicht meine Welt. So kam es zu den 1. Schauspielrollen, u. a. bei Alarm für Cobra 11, bis ich bei DSDS 2017 zu Dieters Lieblingen zählte. Diese Zeit beendet, kam ein großer Meilenstein: Die Schlager-Boygroup Zeit-Flug. Mit den chartplatzierten Songs kamen auch die ganz großen Auftritte, u. a. bei Florian Silbereisen oder in TV-Shows, wie Take me out (über 6 Mio. Zuschauer).
Doch ehrlich gesagt, fühlte ich mich in dieser Rolle nicht wohl… es war nicht echt und es war nicht ich!
Gemeinsam mit Initialgeber Marc Merscher, dem Songwriter Behnke sowie dem Erfolgsproduzenten David Joris, wurde der Traum nun aber endlich wahr: Ein Solo-Album, bestehend aus Songs und Erahrungen meines Lebens. 2020 bin ich zurück, um einmal mehr sein Talent zu zeigen und vor allem alle anzuregen, sie selbst zu sein.

 

 Vor wenigen Tagen erschien die Single “Es wird Zeit”. Um was geht es darin und war Schlager schon immer Ihr Ding?
 
Es wird Zeit ist die Erzählung meiner Reisen durch Depression, Selbstzweifel und Angst. Ich hatte es immer geträumt, aber nie wirklich gelebt, ich selbst zu sein und hörte die Sanduhr quasi laufen. Mit Es wird Zeit möchte ich es nun einmal mehr mir selbst beweisen, mich befreien und hoffe sehr, das dies auch vielen anderen Menschen eine Hilfestelltung gibt, denn wann ist der richtige Zeitpunkt, um man selbst zu sein? Immer dann, wenn das Herz es sagt.
Schlager liegt mir sehr am Herzen, vor allem nach über 400 Auftritten mit der Band Zeit-Flug, die Schlager pur zelebrierte. Doch ehrlich gesagt empfand ich es als Gefängnis, denn es war nicht echt. Lieder werden verfasst, um kommerziell zu verkaufen und oft hat man kaum Mitspracherecht über das eigene Image. Jetzt habe ich eine Musik gefunden, meine Musik, die alle Einflüsse verschmelzen lässt, die 90er, Schlager, Pop, Rock und sogar fernöstliche Elemente. Das ist was ich bin – vielseitig!
Haben Sie nicht Angst, dass das Publikum Ihre Produktion nicht kennenlernt, da ich die Livewerbung wegfällt?
 

Absolut nein. Wir leben in einer sich verändernden Zeit und genauso müssen wir uns auch verändern. Das war doch schon immer so und wird auch immer so bleiben. Selbstverständlich fehlt mir die Bühne, aber ich habe sie ja auch bewusst im letzten Jahr gemieden, um etwas zu schaffen, das Zukunft hat. Und unsere Zukunft wird sich ändern, so auch die Musik.

Sie haben beschlossen Ihre Gesangkarriere jetzt ohne grosses Label und Manager zu starten. Hatten Sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht?
Leider ja. Wissen Sie, es ist unfassbar schwierig Menschen im privaten Umfeld zu finden, denen man alles anvertrauen kann, denen man quasi seine Seele offenlegt. Dies wird so oft missbraucht. Und nun stellen Sie sich eine Industrie vor, die nichts anderes als falsche Hoffnungen zu verkaufen tagtäglich zelebriert. Selbstverständlich gibt es hier, wie auch bei ganz engen Freunden, auch viele gute Schafe im Stall – doch sie zu finden ist Glückssache. Ich bin kein Mensch, der sich permanent vorschreiben lassen möchte was er singt, wie er auszusehen hat und wer er ist. Ich möchte ich sein und das soll mein Publikum sehen. Geht es denn nicht darum bei Musik, die Hose runterzulassen und einfach blanke, nackte Gefühle zu zeigen. Echtheit zu leben und auch zu besingen?

2012 waren Sie Mister Bayern und ich habe ein Video gesehen, wo es um Ihre Haare ging. Aussehen ist Ihnen wichtig, wie halten Sie sich nun fit und munter in diesen Zeiten?

 
Gute Frage.Selbstverständlich ist mir meine Optik nicht egal, aber auch nicht Dreh und Wendepunkt meines Lebens. Ich bin eitel, das triffts glaube ich ganz gut, was nach meiner Vorgeschichte, die sehr SCHWER war, auch verständlich ist. Aktuell mache ich viel Ausdauertraining, bin so oft es geht draußen, zum Joggen, Inline Skaten oder um ein paar einfache Bodyweightübungen zu machen. Sogar im Tanzen per Online-Kurs habe ich mich versucht – solche Zeiten bewegen uns zu den mysteriösesten Dingen.
Bei uns herrscht quasi Hausisolation. Wohl bei Ihnen teilweise auch. Wie gehen Sie damit um?

Da ich bayerischer Bürger bin, geht es mir leider ganz genauso. Die Isolation ist unfassbar schwer für mich, da ich es liebe dem Klang von Menschen zu lauschen und auch viele zu treffen- Berufsrisiko. Ich bin ja auch Event Manager und daher schmerzt es mich gleich doppelt. Aber es gibt so viele Möglichkeiten mit wichtigen Personen in Kontakt zu bleiben, per Skype, Instagram oder anderen Plattformen. Witzig ist, das man jetzt erst richtig merkt, wer einem wirklich etwas bedeuted und wer einem etwas wert ist. Es gibt so viele Freunde, die ich zu meinem sehr sehr engen Kreis zählte. Man könnte erwarten, das diese nun die sind, die ich täglich spreche… Leider nein. Diese Krise verändert uns und unser Leben nachhaltig, doch alles hat seinen Grund und wird auch entsprechend seine Früchte tragen – die wir dann hoffentlich bald ernten!

Weitere Informationen zu Dominic Fischer hier 

Die Fotos wurden von Domic Fischer bereitgestellt

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