Lauerz – Silvia Götschi über den Krimi Lauerzersee und ihr Schreibleben

Silvia Götschi

Obwohl Silvia Götschi schon lange Krimis mit Handlung in der Innerschweiz schreibt, war es doch „Engelberg“, welches sie in der ganzen Schweiz bekannte machte und ein Riesenerfolg war. Nun wird im neuen Krimi am Ufer der Insel Schwanau im Kanton Schwyz eine bewusstlose Frau gefunden, die erst vor Kurzem entbunden hat. Doch vom dem Neugeborenen fehlt jede Spur.  „Lauerzersee“ der neue Fall für die Kripo.

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Lauerzersee ist wieder wie Engelberg ein Hit. Hatten Sie Bauchweh von allen Erwartungen, die nach Engelberg von allen Seiten an Sie gestellt wurden oder konnten Sie die beim Schreiben vergessen?

Vorab muss ich korrigieren, dass „Engelberg“ kein Debüt war, sondern bereits der 16. Kriminalroman von damals erschienenen 24 Büchern. Schreiben bereitet mir nie Bauchweh und unter Druck fühle ich mich selten, auch wenn eine gewisse Erwartung von Seiten meiner Leserinnen und Lesern besteht.

Ich behaupte, dass Sie ihre Leidenschaft für die Literaturgattung Krimi beim Spazieren durch die Innerschweizer Landschaft, die ja ein wichtige Rolle spielt, entwickelt haben?

Die Leidenschaft zum Schreiben hatte ich bereits als Jugendliche, wusste aber damals noch nicht, dass daraus einmal etwas werden könnte. Wenn ich heute durch die Innerschweiz (und nicht nur durch sie) schreite, kommen mir ständig Geschichten in den Sinn. Aber die kommen auch zuhause, wenn ich mich auf eine virtuelle Reise begebe. Ich habe ein stark ausgeprägtes fotografisches Gedächtnis. Beim Schreiben am Computer kann ich die Bilder in meinem Kopf abrufen.

Beim Lesen hat man das Gefühl, dass die Hauptfigur Valérie Lehmann quasi ein Figur in Ihrem Leben ist. Wie gehen Sie mit dem Tragen der Buchfiguren und den Rollen im Alltag, die Sie spielen, um, gibt es da ein kein Durcheinander?

Valérie Lehmann ist mir sehr ans Herz gewachsen, als wäre sie eine Freundin. Sie hat sich über rund sechs Jahre hinweg entwickelt. Sie ist eine Frau mit Ecken und Kanten und einer Narbe im Gesicht, die auch ein Schönheitschirurg nicht hat beseitigen können (zu lesen in „Muotathal“. Die Hauptfigur hat wenig mit mir selbst zu tun. Ich glaube, wenn man einmal so viele Bücher geschrieben hat wie ich, verschwindet Autobiografisches und man lässt die Möglichkeiten spielen, welche das Schreiben bietet. Ich schreibe an verschiedenen Krimi-Serien. Die große Herausforderung ist es natürlich, die verschiedenen Figurentypen und Charaktere nicht zu durchmischen.

Schreiben ist ein einsames Geschäft und dieses Jahr fallen die Lesungen aus. Bleiben Sie trotzdem mit den Lesern in Kontakt?

Mittlerweile habe ich einen ansehnlichen Kreis von Fans, die mir Mails oder sogar Briefe schreiben. So gesehen, stehe ich auch in dieser seltsamen Zeit in Kontakt mit meinen Leserinnen und Lesern.

Ist der Schreiballtag im Sommer bei dieser Hitze der gleiche wie im Winter oder macht eine Silvia Götschi mal ein Badetag?

Baden war früher, als ich mit meinen Kindern in überfüllte Schwimmbäder oder an den See fuhr. Heute bin ich froh, wenn ich das nicht mehr muss. Ich ziehe eine Bergtour dem Baden vor, bin aber im Sommer definitiv mehr draußen als im Winter. Im Sommer setze ich mich gern auch mal mit dem Laptop an einen einsamen Ort am See. Die Kaffeehaus-Autorin bin ich definitiv nicht.

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Lauerzersee erschien im Emons Verlag. Weitere Informationen hier 

Kontakt zu Silvia Götschi hier 

 

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