Aarau – Jungkunststar aus der Waadt Julian Charrière im Kunsthaus

Mit einem Westschweizer, einer Schwyzerin und einer Tessinerin gibt das Kunsthaus Aarau den Jungen eine Plattform im Herbst. Bis zum 3. Januar ist es für den 32jährigen Julian Charrière die erste grosse Einzelausstellung in der Deutschschweiz, obwohl der Mann aus Morges im Ausland schon längere Zeit grosse Erfolge feiert.

Als er als Kind eines Schweizers und einer Französin noch in Morges und nicht wie heute in Berlin lebte, blickte er jeden Tag aus dem Fenster auf den Mont Blanc und die anderen erhabenen Berge und so erstaunt es nicht, dass Natur, Stein und Gletscher eine wichtige Rolle spielen in seinem Werk, das unter dem Titel “ Towards No Earthly Pole“ in Aarau als eine Mischung aus Skulpturen und Videos zu sehen ist. Es ist gemäss Julian auch eine Liebeserklärung an Island und Grönland. Hier reiste er mal unfreiwillig hin, weil die Meerespolizei auf dem Weg nach Amerika seine Kokosnusskanone beschlagnahmte und er hat die freie Zeit bis zur Abklärung mit den Behörden nutzte, um mit einer Schiffsbesatzung durch das Eismeer zu fahren und einen zweistündigen Film zu machen, wo ein Matrose trotz den modernen Hilfsmittel mit einem Spot wie früher das Meer bei Nacht absuchen muss, damit jeder Eisschollen entdeckt wird. 

Oder er reist, seine Leidenschaft, den er sieht sich nicht nur als Künstler sondern auch als Forscher, Wissenschaftler, Archäologe, in die Südsee, fotografiert einen Sonnenuntergang auf dem aber auch feine radioaktive Partikel zu sehen sind, als Ueberbleibsel in den Steinen der Atomwaffenversuche der Amerikaner, die bis heute strahlen.

Oder dann lässt er Dutzende Handys schmelzen zu einem Klumpen, wo der Betrachter plötzlich sieht, aus was den diese Alltagsdinger auch gemacht sind neben Plastik, besonderer Erde und anderen Materialen aus der Natur.

Neben älteren Werke sind auch neue Installationen in Aarau zu sehen mit stets einem kritischen Hinweis auf die Zeit, in der wir leben und unseren Umgang mit der Natur. So stieg er mit dem Bunsenbrenner auf einem Eisberg und versuchte ihn mit der Wärme zu schmelzen, so wie wir es mit der Umweltzerstörung und dem Klimawandel machen. Feste und flüssige Materialen sind dasThema dieser Ausstellung, die einen jungen Westschweizer zeigt, der sich auch in einer Millionenstadt wie Berlin viele Gedanken macht, über das was seine, unsere Zukunft sein wird.

Rachele Monti ist in Faido Tessin geboren und spricht lieber Englisch als Deutsch. Sie ist eine der zwei Frauen der Caravan Ausstellungsreihe für junge Kunst und hat einen Raum im Untergeschoss mit dem Medium Fotografie gestaltet. Doch nicht alleine Abbilder von Haut hängen an der Wand. Die Bilder wurden mit Hilfe des Computers, Licht und Farbe und auch Stahl zu einer Rauminstallationen, mit der die Künstlerin Gefühle, Geschichten sowie Unausgesprochenes und Unaussprechbares darstellen will.

Mit Maske wirkt Martina Mächler aus Lachen scheu, legt sie sie ab und beginnt über ihre Ausstellung im Obergeschoss zu sprechen, wird sofort klar, da wächst eine Künstlerin heran, die sich viele Gedanken über das Wahrnehmen mit dem Ohr, aber auch  Frauseins macht und vieles mehr. Der Auseinandersetzung mit Raum, Bewegung, Körper kam noch eine weitere dazu. Im Obergeschoss hängt ja wie immer die Sammlung des Kunsthauses. Die Klassiker wecken beim Betrachten einiges im Zuschauer. Jetzt wird diese Wahrnehmung unterbrochen von drei Audiospuren. In unterschiedlichen Räumen abgespielt, erklingt ein Summen und Murmeln. Der Klang verbindet sich mit den auf Papierbahnen gedruckten Skripts, deren Inhalt wir lesend wahrnehmen. 

Ob Julian Charrière oder die Caravan Künstlerin, ein Besuch im Kunsthaus Aarau diesen Herbst macht Mut, dass Corona die Schaffenskraft junger Schweizer Künstler nicht zum verstummen gebracht hat.

Weitere Informationen zu den Ausstellung hier 

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