Film – Rolf Lyssy`s Komödie über das Treiben im Schrebergarten Eden

Ja, es braucht heutzutage schon Ideen, um als Mittelklassemitglied zu überleben, wenn die Miete zu hoch und die demente Grossmutter kein Platz im Heim findet. Doch ein Häuschen im Schreibengarten kann eine Lösung sein und die Liebe wartet ja auch schon im Garten Eden. Die Komödie vom Rolf Lyssy „Eden für Jeden“ ist eine liebevolle Zeichnung von kleinen Menschen auf der Suche nach Glück, die sofort ans Herz geht, nicht zuletzt weil Marc Sway dabei viel singt.

Im Glattfelderbus sitzt Rosmarie (Heidi Diggelheim) den ganzen Tag, weil ihre Schwiegertochter Nelly kein Geld für das Studium mehr hat und statt dessen Busfahrerin ist. Nelly, die 26jährige Solothurnerin Steffis Friis bekannt aus dem Tatort, hat in dieser Komödie ein Problem. Wie kann sie die Kontrolle über die demente Grossmutter den ganzen Tag nicht verlieren, weil diese kein Platz im Heim findet und bei ihr wohnt und lebt? Also setzt sie sie in den Bus in dem auch Marc Sway sitzt auf dem Weg zu seiner unerlaubten Schlafstätte, dem Gartenhäuschen neben dem von Rosmarie, das zu verwildern droht.

Natürlich sind auf diesen Parzellen noch einige Familienmitglieder wie Honey und Kasper und jede Menge Bünzlis und noch mehr Regeln, die Nelly gerne ändern möchte an der Generalversammlung.Doch das ist schwieriger als gedacht, auch weil Rosmarie nun im Gartenhäuschen wohnen will, wo Marc Sway nebenan viel singt, Gras raucht und ein falsches Spiel spielt und Rosmarie mit ihren Erinnerungsbrocken bald an einem Familiengeheimnis rührt, das einst im Schrebergarten seinen Anfang nahm.

Die ersten dreissig Minuten sind in „Eden für jeden“ eine liebvolle Einführung aller Figuren und das sind nicht wenige in diesem Film mit eine Deja-vu vieler bekannter Schweizer Schauspieler älterer Generation. Der Sprachwitz ist im Drehbuch von Dominik Bernet und Rolf Lyssy gross , die Kameraführung sehr konventionell. Der 84jährige Regisseur, der 1978 den bis heute grössten Filmhit des Landes „die Schweizermacher“ drehte, danach depressiv wurde und seit einige Jahren wieder voller Tatendrang ist, hat die Gabe Schweizer zu beobachten und so wiederzugeben, dass man die ganze Zeit das Gefühl hat, ja diese Typen kommen aus meiner Nachbarschaft.

Allerdings so lustig, wie vieler seiner Filmkomödien ist „Eden für Jeden“ nicht, eher eine Millieustudie des Schrebergartenlebens und die ist leider ab der Hälfte des Films etwas gar langatmig und die Idee Marc Sway als singender Brasilianer kommt sehr oft vor, weil er halt kein Schauspieler trotz tragender Rolle ist und keine Körpersprache hat ausser ein ewiges Lachen.
Der Film könnte aber ein Hit bei der älteren Generation werden, sofern diese sich wieder in die Kinos traut, da Rolf Lyssy die Probleme und Sorgen dieser Leute extrem gut darstellt mit viel Respekt. Und weil Demenz und unseren oft verzweifelten Versuch damit umzugeben der rote Faden des Films ist, ist „Eden für Jeden“ ein Art „Honig im Kopf“ und mehr in Glattfelden.

Weitere Informationen zum Film ab 1. Oktober im Kino hier

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