Bern – Fleisch von der Lust und dem Ekel eines Nahrungsmittels

„Man ist, was man isst“.  Die Nahrung ist für manche Religion und ein Lebensmittel hat über die vergangenen 150 Jahre einen Wandel durchgemacht, das Fleisch. Neben dem Genussmittel hat das Fleisch auch eine künstlerische und literarische Tradition. Die Schweizerische Nationalbibliothek hinterfragt in der Ausstellung „Fleisch – eine Ausstellung zum Innenleben“ bis zum 30 . Juni die Rolle des Stoffes zwischen Lebewesen, Ware und Genussmittel.

Ausstellungskurator Dr. Hannes Mangold setzt seine kleine Ausstellung als multimediale Schau aus fünf Bereichen mit Videos, Plakaten, Büchern, Gemäden etc zusammen und beginnt gleich mit dem aktuellen „Verzichten“ am Eingang. Mitte des letzten Jahres steckten sich in einer deutschen Grossschlachterei die ganze Belegschaft mit Corona an weil die Hygienestandart sowohl bei der Verarbeitung des Billigfleisches wie bei der Menschen nicht eingehalten wurden. Das ist nur der jüngste Skandal in einer Reihe von vielen, die natürlich ein gefundenes Fressen für die Vegetarier und Veganer sind, den Fleischkonsum zu verdammen. Doch bereits Anfang letzten Jahrhunderts zeigt Mangold gab es mit dem Verbreiten der Herstellung des Müslis und später mit der Eröffnung der Hiltl-Restaurants Bestrebungen nach Alternativen zum Fleisch. Dieser Trend hat sich über die negativen Auswirkungen der Tierhaltung auf den Klimawandel noch verstärkt.

Hatte früher ein Bauer von der Aufzucht bis zum Töten eines Tieres oder der Jäger nach der Jagd die Kontrolle über die Verarbeitung des Fleisches, so macht das heute fast nicht mehr der Metzger, da dieser Beruf ausstirbt wie ein Videos zeigt sondern die Grossschlachterei. Wie weit von der Realität die Werbung bis Anfang des Jahrhunderts über die Verarbeitung von Fleisch war, zeigen die zahlreichen Plakate. Heute sind diese fast ganze verschwunden. 

Fuhr Friedrich Dürrenmatt von Neuenburg zum Essen in der Berner Altstadt gabs Blutwurst und Sauerkraut. Seine Erzählung „Wurst“ oder Carl Spittelers Gedicht „Salami“ finden sich genauso in der Ausstellung wie der Fleischroman schlechthin vom gelernten Metzger Beat Stechi „Blösch“. Von Dürrenmatt gibt es noch ein Gemälde zum Thema. 

Fleisch – das Alltagsprodukt für Arm und Reich. Geliebt und gehasst und trotz Ersatz wie Würste aus Kichererbsen wird Fleisch nie ganz vom Teller verschwinden, aber die Ausstellung in der Schweizerischen Nationalbibliothek hinterfragt die Essenskunst über die letzten Jahrzehnte und die Bedeutung von Fleisch für seine Konsumenten.

Weitere Informationen zur Ausstellung hier 

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