Murten – Lichterrundgang gegen dunkle Zeiten

Mit zwei monatiger Verspätung und gegen alle Widerstände leuchtet Murten bis zum 28. März an den zwei Ausstellungsstandorten Museum und Feuerwehrlokal und etlichen Ausseninstallationen in einer abgespeckten Version des jährlichen Lichterfestivals.

Projektleiter Simon Neuhaus ist wie alle Murtner, wer ihre Geschichte kennt, weiss wieso, ein Kämpfer und kann seit heute durchschnaufen. Rechtzeitig zur Museumswiedereröffnung kann auch die coronagerechte Version des Lichterfestivals stattfinden, was heisst, man muss die Eintrittskarten über das Internet kaufen und die Mindfulapp runterladen und sich anmelden. Mit Maske beginnt dann der Lichtrundgang beim Museum. Zwischen Ritterrüstung und alten Gemälden hat es fünf Lichtinstallationen. Diese sind recht klein gehalten und unterscheiden sich nicht von Sachen, die man sonst in regulären Ausstellungen sieht. Regionale Künstler und Berner gelingt es teilweise das Spiel mit dem Licht und menschliche und gesellschaftliche Fragen dazustellen. 

Hier gilt wie auch für den Rest der Innen- und Aussenausstellung, das Auge isst mit und nur schon das Licht als solches nach Wochen des Lockdowns in den eigenen Wänden tut gut.  Doch nach 10 Minuten heisst es auschecken und zum Seebecken runterlaufen, wo Welsche Neoseerosen auf der Wiese beleuchten und nach den steilen Gang ins Stedli zur französischen Kirche hat ein Murtner Künstlerehepaar die Bäume im französischen Kirchenpark farbig verkleidet und es leuchtet wieder.

Doch die Zeit eilt, denn mit dem Kauf einer Internetkarte ist noch ein zweiter Ort mit einer Multimediashow von einem Murtner Filmgrafiker im Alten Feuerwehrlokal nahe der Migros inbegriffen.

Am Boden sind Hölzer, einige Tannen, Baumstrunke und in der Mitte ein Teich. Eine Traumwelt fast wie im Avatarfilm beginnt dann unter dem Titel „Traum am Wasser“ an den Wänden und im Teich während rund zehn Minuten mit Musik sich zum Leben erwecken. Fantasiewesen und Natur ergänzen sich, alles ist farbig und rauscht schnell an einem vorbei wie in einem Film. 

Wieder auf der Strasse geht es vor dem Murtentor auf einem Weg den selbst Einheimische nur selten gehen hinter der reformierten Kirche der Ringmauer entlang. Auch dem Weg durch die Nacht kommt hier der diesjährige Lichtrundgang dem ursprünglichen Lichterfestival nahe und grosse Projektionen an der Mauer wie in den Schrebergärten wechseln sich ab und lassen einem nochmals eintauchen in Lichtmomente.

Für die Kleinstadt Murten, wo es wenige kulturelle Höhepunkte gibt, ist es wichtig, dass die abgespeckte Version des Lichterfestivals als Lichtrundgang stattfindet und so ein wenig Abwechslung in den Lockdown bringt. Allerdings muss ganz klar gesagt werden, für Zuschauer von weit, ist der Lichtrundgang nur mit einem Ausflug an den Murtensee empfehlenswert, da er im Vergleich zu anderen Jahren klein ist. Aber eben klein und fein zwischen 17.30 bis 22 Uhr bis zum 28. März.


Weitere Informationen zum Murten Lichtrundgang hier 

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