Bern – August Gaul’s moderne Tiere und die Pandemie

Als Dekoration sind Tierskulpturen beliebt, doch in der Kunst spielen sie ein zweite Rolle. Nicht so beim Bildhauer August Gaul. Seine 250 Plastiken zeigen Zoo-, Haus- und Nutztiere mit individuellem Charakter bis zum 24. Oktober im Kunstmuseum Bern.

Der zwanzigjährige August Gaul war 1988 von Frankfurt nach Berlin gezogen und gewann an der Kunstgewerbeschule, wo er sich zum Bildhauer ausbilden liess, eine Dauerkarte für den Zoo. Als gings in den Zoologischen Garten jeden Morgen und anders als bei Menschen hatte er bei den Tieren frei Hand mit der Abstraktion. Die Plastiken waren seinen Weg zur Moderne, den anstatt Jagdszenen wie auf den alten Schinken zeigte er das Tier an sich, frei von der Vereinnahmung des Menschen.

Anders als auf diesem Bild gelang Gaul sein künstlerischer Durchbruch mit der dritten Ausstellung und der Darstellung von Löwen, Straussen, Elefanten, OrangUtans, alles Kolonialraubgut, das als Geschenk in der damaligen Zeit an Zoos abgeben wurden und in Käfigen ein unwürdiges Leben fristete. Aus heutiger Sicht sind Gauls Darstellungen von exotischen Tieren eine zu zivilisiertes Gegenbild gegen das Wilde der Tiere. 

Neben seinen exotischen Tieren beschäftigte er sich auch mit dem Haustier und Nutztier. Aber so richtig Erfolg und Anerkennung erlangte er damit nicht wie seine Berliner Secession Mitglieder Max Liebermann oder Käthe Kollwitz. 
Die Ausstellung ist in sieben Kapitel gegliedert. welche verschiedene Aspekte des Mensch – Tier Verhältnis aufgreift und auch das Artensterben, Pandemie, Klimawandel berücksichtig. Sie wurde von Kuratorin Katharina Lee Chichester gestaltet. 

Weitere Informationen zur Ausstellung hier 

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