Film – Pulverfass Mitholz oder wie die Armee log

Das beschauliche Dorf Mitholz im Kandergrund Berner Oberland und eine Felswand mit einer dunklen Geschichte und Zukunft, dies ist das Thema des Films von Theo Stich, der in seiner Dokumentation aufzeigt, wie das VBS die Bewohner anlog und nun auffordert zu gehen, da jederzeit die Munition explodieren könnte.

Als im Winter 2020 Bundesrätin Viola Amherd die 160 Einwohner an der Versammlung informierte, dass das VBS den Stollen hinter der Felswand über die nächsten 25 Jahre räumen will, waren ältere Bewohner wieder mit der Geschichte konfrontiert, die schon mal eine schlechte Wendung genommen hatte. Die Armee wollte hinter dem Felsen Munition lagern während des zweiten Weltkrieges, doch der Stollen wurde erst kurz vor Ende des Krieges fertig, aber das gefährliche Gut bliebt und explodierte drei Jahre später. 7 Menschen starben, das Dorf war unbewohnbar und wurde wieder aufgebaut, aber die Munitionsrückstände blieben in Teilen des Stollen liegen. Das VBS legte fortan einen Mantel der Verschwiegenheit darüber und log die Bevölkerung an. Die Berner Oberländer Mentalität ist eine die , mit Gefahren der Natur umgehen kann. Also kehrten die Leute zurück in ihre neuen Häuser und lebten fortan mit dem Glauben, dass die 7000 Sprengkörper sicher entsorgt wurden und die Armee nur noch Medikamente lagert hinter dem Felsen.

Doch wie überall ist die Natur durch den Menschen in Bewegung. Der Klimawandel hat die Bergmassen verschoben und Teile davon drohen abzubrechen und auf die Munition zu fallen. Also müssen die Mitholzer weg. Was das heisst, zeigt der Film von Theo Stich, der betroffen macht. Zwar kommt die Dokumentation zeitweise wie ein Schülerfilm daher und die Schilderung des Lebens der Mitholzer ist langatmig, aber die Bilder der Gefühle der Bewohner vor und nach der genannten Gemeindeorientierung sind spannend wie auch die Geschichte über die Explosion. „Mitholz“ ist ein dunkles Kapitel Schweizergeschichte um eine Lüge auf Bundesebene, für die niemand je angeklagt wurde und die aber von der Bevölkerung bezahlt werden muss. 

Der Film wird am 23. Juli in Spiez beim „Kino im Bad“ uraufgeführt und kommt am 26.8. in die Kinos.

Weitere Informationen zum Film hier 

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