Murten – Waterstagefestival oder Swiss Wörker Musig an Land

Die grossen Deutschschweizer Open -Airs sind abgesagt, die Welschen wie Montreux, Murten und Gampeln nicht. Wegen des Hochwassers sangen die nationalen Bands beim Waterstagefestival im Hafen von Murten und die Musiker merkten bald, wie schwierig es ist, Covid-Zertifikat-Zuschauer nach zwei Jahren Pause aus der Starre zu locken.

Nur fünf Ortschaften von Murten entfernt in Kallnach ist George Schwab auf einem Bauernhof aufgewachsen und lebt heute in Sisselen, von wo er seit über zwanzig Jahren Mundartrock macht und mit der letzten Scheibe „Fründe für immer“ auf Platz 3 der Hitparade landete. Doch dem Landschaftsgärtner gings nach dem Grosserfolg von „Buuregiel“ schlecht, er wurde depressiv, extrem launisch, brach Auftritte ab und sah keinen Sinn mehr im Musikmachen , weil zuviele Plattenbosse ihm dreinredeten. Nun macht er wieder bodenständigen Mundartrock, der dem kleinen gemischten Publikum erst gegen Schluss seines Gigs ins Bein ging und sie mitsangen bei den Liedern, die es teilweise schon ins Musikbüchlein der Schulen geschafft haben. 

Wenn Simon Lüthi, Veranstalter des Waterstage und Sänger der Volxrox mit seinen roten Hosen und der Handorgel die Bühne betritt, dann ist Action angesagt. Schliesslich hat er über die Wochen 30 Bewilligungen und 250000 Franken Sponsorengelder eingeholt für sein Festival, jetzt will er den ersten von zwei Auftritten geniessen mit den Murtner und legte sich von Anfang an ins Zeug. Das sehr dynamische Set der 6 Mann Band lebte vom Boogie Booggie Blues und Rock and Roll. Doch auch hier die Murtner waren zuerst sehr verhalten, dann aber wurde auf der Wiese getanzt wie es die Emmentaler befahlen. 

Philipp Frankhauser war zu Beginn seiner Karriere, ein Blueser aus Thun, der sein Können zuerst im Ausland an den Mann brachte und dann erst über die letzten 15 Jahre in der Schweiz. Heute wird er als Urgestein der Schweizer Musik angesagt von Simon Lüthi und auch der Rest seiner 5 Mann Band sind wie er Männer im reifen Alter. Das laute Set, nicht frei von Pannen, war der Soundtrack des Abendes, lazy. Aber auch hier vermochte der Berner die Murtner nicht durchwegs zu begeistern, es fehlten einfach die wirklich guten Melodien.

Waterstage – ein Festival mit einem Programm, das verschiedene Schweizer Musikstile von Mundartrock, über Schlager bis Blues zu bieten hat. Zwar stehen noch die Hitband der Stunde Megawatt auf dem Programm, doch Vincent Gross, Stubete Gäng und Melissa Naschenweng sind eher mittelmässig bekannt. Ob die Rechnung da aufgeht, wird sich zeigen, die teuren Snacks und Drinks helfen sicher mit das Budget einzuhalten. Nächstes Jahr geht es wohl mit Stars of Sounds und internationalen Musikgrössen weiter in Murten. 

Weitere Informationen zum Waterstagefestival hier 

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