Bern – Valsecchi & Nater über ihr neues Bühnenprogramm und Männerfreundschaft

Das Musikkabarettistenduo Valsecchi & Nater ist schon zehn Jahren auf den Kleinbühnen des Landes unterwegs, doch es scheint, als würde erst der Neustart nach der Zwangspause mit dem neuen Programm „Rosenhochzeit“ und andere Vorkommnisse ihnen den Grosserfolg bringen.

Nach einer Zwangspause hatte vor wenigen Tagen Euer neues Programm “Rosenhochzeit” in Bern Premiere, nun gehts auf Schweizertournee. Was kann der Zuschauer Neues erwarten?Wir spielen unsere besten Mundart-Kabarettlieder. Wir haben nochmals an ihnen gefeilt und sind so scharf, präzis und musikalisch wie noch nie. Dazu erzählen wir aus zehn Jahren Bühnentätigkeit auf Schweizer Kleinbühnen landauf, landab. Es ist ein sehr abwechslungsreiches und emotionales Programm geworden. Das Publikum an der Premiere hatte grossen Spass!

Ihr wurdet mit dem Pro Argovia Artists 2022 der Aargauer Kulturstiftung ausgezeichnet, spielt man da plötzlich in einer anderen Liga oder wird im Kulturkuchen anderes gesehen?Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung! Tatsächlich spielen Auszeichnungen eine grosse Rolle. Sie werden durchaus wahrgenommen in der Szene. Natürlich spielt es aber eine ebenso grosse Rolle, dass wir uns in den vergangenen zehn Jahren ein treues Publikum erspielt haben und langjährige Partnerschaften mit tollen Veranstaltungsorten in der ganzen Deutschschweiz haben aufbauen können. Um im Kuchen nachhaltig wahrgenommen zu werden, braucht es jahrelange, beständige und gute Arbeit und ein Alleinstellungsmerkmal: Bei uns sind das unsere sprachlich präzisen und musikalisch wohlklingenden Mundartlieder.    

Dieses Jahr seit Ihr zehn Jahre als Mundartkabarettisten zusammen, andere lassen sich da scheiden. Wie pflegt Ihr Eure Freundschaft, kracht es zwischendurch, was hat der eine vom Anderen gelernt? Wir tragen unsere Konflikte einfach auf der Bühne aus. Das macht viel mehr Spass, sichert uns und dem Publikum lustige Momente auf der Bühne und erhält den Hausfrieden im Duo. Privat sind wir nämlich beide sehr harmoniebedürftig. Nater hat von Valsecchi in den letzten zehn Jahren gelernt, auch mal vorne auf der Bühnenrampe einen Applaus entgegenzunehmen. Valsecchi hat von Nater mittlerweile einige Kapitel musikalische Harmonielehre abbekommen und kann schon drei Akkorde auf dem Klavier spielen.  

Wie habt Ihr die Viruspause erlebt und überlebt, gab es eine Lohn- und Sinnkrise?Zum Glück waren und sind wir als Künstler*innen in der Schweiz während dieser Krise vergleichsweise gut abgesichert. Das Ausfüllen der Formulare macht natürlich weitaus weniger Spass als auf der Bühne aufzutreten. Aber Theater ist halt nun mal auch ein Beruf und da gehört es dazu, sich auch Gedanken über die finanzielle Sicherheit, über Buchhaltung, Pensionskassen und Ertragsausfälle zu machen. Wir haben beide unsere Tätigkeit etwas verlegt und zum Beispiel Podcastprojekte oder Kulturvermittlungsprojekte begonnen. Das war auch sehr sinnstiftend.

Habt Ihr auf dem Nachtischchen einen Notizblock, da bekanntlich die besten Einfälle kurz nach dem Aufwachen kommen oder ist der Zug, das Migros, die Badi etc. der beste Ideengeber für komische Ideen?
Der beste Ideengeber ist tatsächlich, das Leben in vollen Zügen zu geniessen, am gemeinschaftlichen Leben teilzunehmen und so zu spüren, was einem selbst und was die Menschen umtreibt. Wir sind beide sehr politische Menschen. Also sind Erfahrungen in politischen Kommissionen, die mediale Berichterstattung und das Dorf- und Stadtleben eine grosse Inspiration für Liedtexte und Conférencen.


 Privat weiss man nichts von Euch. Wie lebt Ihr und was habt Ihr für Hobbies?
Na ja, man weiss schon das eine oder andere über uns. Diego ist mit der Schauspielerin Milva Stark verheiratet. Während der Pandemie haben die beiden den Podcast „Neulich bei Schauspielers…“ gemacht, hier kann man einiges über die Beiden erfahren. Pascal ist verheiratet mit einer Psychiaterin und lebt in Suhr bei Aarau. Diego kann richtig gut sticken, Pascal bäckt weitherum das beste Vollkornbrot.

Gibt es ein geheimes Ritual bevor Ihr mit Rosenhochzeit auf die Bühne geht?

Weil es ja ein Jubiläumsprogramm ist, gratulieren wir uns bereits vor dem Auftritt zum Jubilum und heben ein Glas Prosecco.

Weitere Informationen zur Valsecchi & Nater hier  

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