Bern – Kandinskys Freundin Gabriele Münter kennenlernen

Die erste Schweizer Ausstellung im Zentrum Paul Klee von Gabriele Münter zeigt die Lebensgefährtin von Kandinsky. die zu Lebzeiten ein Problem hatte. Sie lebte zur falschen Zeit im Schatten von Männern. Nicht destotrotz ist ihr Werke als Mitglied des Blauen Reiters ein vielfältiges. Die Ausstellung dauert bis zum 8.5.

Bereits mit dem Einstieg in die Berufswelt hatte die 1877 geborene Gabriele Münter ein Problem. Sie wurde als Frau nicht an der Kunstakademie angenommen , besuchte stattdessen eine Privatzeichenschule. Ihre Eltern starben früh und nach deren Tod unternahm sie eine Reise nach Amerika mit 21 Jahren und nahm die kurz vorher erworbene Kamera mit. Mit ihr fotografierte, was sie später malte und sowohl Kamera wie Gemälde zeigen ein Sinn für Komposition.
Mit der Liebesbeziehung zu Kandinsky änderte auch ihre Wiedergabe im Laufe der Zeit. Weg vom Naturalismus zum Expressionsmus. Die Reise nach Tunesien war wie später das Leben ausserhalb Paris prägend und eine neue Leidenschaft begann, der Linolschnitt. Oel sollte dazukommen . 
Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges lebte sie in Skandinavien. Hier wurden die Frauenporträts mit Akzenten selbstbewusster, dem Spachtel bei der Farbauftragung folgte der Pinsel. 
Der blaue Reiter ist ja eigentlich ein Buch und keine Formation. Zusammen mit Kandinsky war sie für diese Buch zuständig, wird aber im Impressum nirgends erwähnt. Wiederum steht sie im Schatten der Männer. Sie lernt Paul Klee kennen, der nur ein paar Häuser weg in der gleichen Strasse wohnt. 
In Murnau lebte sie bis zu ihrem Tod. Diese Stadt ist die Hochburg der Nationalsozialisten und wiederum sind es Männer, die einen negativen Einfluss auf ihre Kunst haben. Um zu überleben wird ihre Bildsprache kontrollierter gemäss den Anforderungen der Nazis. 

Somit ist die Ausstellung Gabriele Münter im Kleemuseum eine Retrospektive eines weiblichen Opfers der Zeit, das trotz Widerständig mit seinem Werk bis heute überlebt hat.

Weitere Informationen zur Ausstellung hier 

Fotolegenden

101 Gabriele Münter Olga von Hartmann, ca. 1910 Öl auf Leinwand 60,3 x 45 cm Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München © 2021, ProLitteris, Zürich

203 Gabriele Münter Die blaue Bluse (Frau Oscar Olson), 1917 Öl auf Leinwand 40,3 x 54,9 cm Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München © 2021, ProLitteris, Zürich

307 Gabriele Münter Der blaue Bagger (Baustelle an der Olympiastrasse nach Garmisch), 1935 1937 Öl auf Leinwand 60,5 x 92,5 cm Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München © 2021, ProLitteris, Zürich

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Schaffhausen – Hornist Felix Klieser spielt Richard Strauss mit dem Fuss


Am 27. Januar heisst es in der Kirche St. Johann Brahms: Das Herz geht einem dabei auf. Schaffhausen Klassik empfängt die Württembergische Philharmonie Reutlingen und den aussergewöhnlichen Künstler Felix Klieser. Der Echopreisträger gilt als einer der besten Hornisten der Welt. Im Interview verrät er, wie er zu seinem Instrument kam und was ihm am Schaffhauser Konzert gereizt hat. 

Trotz der Omikronwelle findet das Brahmskonzert statt. Was hat Sie als Hornist an diesem Projekt gereizt?

Naja, es ist ja in dem Sinne kein Projekt, sondern ein Konzert auf das ich mich wahnsinnig freue. Das 1. Hornkonzert von Richard Strauss gehört zu meinen absoluten Lieblingskonzerten. Und natürlich freue ich mich auch schon auf das Schaffhausener Publikum, von dem ich schon viel Positives gehört habe. Ich bin mir sicher, wir werden zusammen einen tollen Konzertabend haben.

Mendelssohn, Strauss, Brahms. Grosse Namen. Interessiert es Sie an diesem Projekt eigentlich nur die Noten oder ist auch das Nachforschen nach der Entstehung der Stücke sowie Biografie von Interesse?

Ich selbst spiele ja nur den Strauss. Die anderen Stücke spielt das Orchester ohne mich. Natürlich kennt man die Biografie und die Geschichte hinter den Stücken. Doch für viel wichtiger halte ich es, was jeder einzelne von uns empfindet wenn er die Musik hört. Das ist etwas sehr Persönliches, bei dem es kein Richtig oder Falsch gibt. Und genau das macht Musik für mich so spannend.

Ihre Besonderheit ist ja, dass Sie mit dem Fuss das Horn spielen. Können Sie sich noch an den Moment erinnern, wo Sie die Entscheidung getroffen haben, dies ist mein Instrument, mein Leben?

Ich war drei Jahre alt als ich den Wunsch hatte Horn zu spielen. Allerdings hatte damals niemanden in meiner Familie, der etwas mit Hörnern oder Musik zu tun. Es gab auch kein Konzert, wo ich das Horn vielleicht gesehen haben könnte. Daher ist es bis heute ein kleines Rätsel, wie ich genau auf dieses Instrument gekommen bin. Ich kann mich aber noch daran erinnern, dass es das Horn und kein anderes Instrument sein sollte.

Als Klassiker sind Sie im Gegensatz zu vielen Ihrer Kollegen auch auf den sozialen Medien aktiv und zeigen viel aus dem Leben.  Wählten Sie diese Medien als Kontakt zum normalen Volk oder um ein Star zum Anfassen zu sein?

Ich würde mich jetzt eigentlich auch zum normalen Volk dazu zählen. Daher eigentlich nein. Ich mag generell Menschen. Das ist auch der Grund weshalb ich Musiker geworden bin. Ich mache Musik nie für mich selbst. Sondern für andere. Wenn Leute in meine Konzerte kommen, sollen sie eine schöne Zeit haben und sie genießen. Das ist mir wichtig. Wenn ich bei einem Konzert das Gefühl habe, die Leute haben Freude, dann bin ich auch glücklich.

Das Jahr 2022 ist noch jung. Was hat der Felix Klieser sich vorgenommen privat und beruflich?

Ich hoffe, dass dieses Jahr besser wird als die letzten beiden. Corona hat uns alle betroffen und unser Leben kräftig durcheinander gewirbelt.

Und dann freue ich mich auf mein neues Album mit Stücken von Mozart und Haydn, welches in diesem Frühjahr erscheinen wird. Zusammen mit dem Zemlinsky Quartett habe ich, neben den beiden Hornkonzerten von Haydn und dem Hornquintett von Mozart, einige Arien von Mozart in einer Version für Horn und Streichquartett aufgenommen. Das wird sicher spannend


Weitere Informationen zum Konzert hier

Riehen – Farben- und lebensfrohe Retrospektive von Georgia O`Keeffe

 

Zum 25-jährigen Jubiläum des Beyeler Museums wird zum ersten Mal die Amerikanerin Georgia O` Keeffe bis zum 22. Mai gezeigt, von der Direktor Sam Keller sagt, dass sie mit der Kraft der Farben eine gute Alternative zum tristen Winter sei. Doch es gibt noch viel mehr als nur Blumen zu entdecken. 

Die Ausstellung von Georgia O Keeffe unter der Leitung der Kuratorin Theodora Vischer ist chronologisch angeordnet und entspricht somit ihrem Lebensablauf. Als Kind eines Milchbauern aus Wisconsin besuchte sie eine Kunstschule und begann mit Kohle und Aquarellfarben an zu malen Anfang des 20. Jahrhundert, bereits da zeigte sich, was später ihr Markenzeichen sein sollte. Die Werke im Grossformat sind weder abstrakt noch figurativ sondern sowohl als auch und haben eine gewisse Aesthetik.

Als sie später mit dem Fotografen und Galeristen Stieglitz verheiratet ist, verbrachte sie die Sommer am Lake George und hier änderte sie zur Oelfarbe. Einen Ausflug nach Santa Fe in New Mexiko änderte ihr Leben. Sie war von diesem Ort so fasziniert, dass sie bis ihrem Tod 1986 immer wieder die Natur dieses US-Staates wiedergab in kräftigen Farben. Heute gibt es da ein Museum von ihr. 
 Der Kontrast in ihren Bildern war stark und somit waren die Gemälde plakativ. Hier geht sie auch ihren Weg weg von ihrem Vorbild Cezanne. Blüten, Blumen und deren Innenleben sind Lieblingsmotive der Künstlerin. Die Natur, Stille, Landschaft, die Merkmale ihrer Kunst sind genau das Gegenteil zu ihrem Wohnort New York. 
In Amerika ist sie die wichtigste Vertreterin der Moderne, in Europa weitgehend unbekannt und so ist die Ausstellung eine Reise nach Riehen wert, wer wieder mal so richtig in Farben abtauchen möchte als Vorbereitung für den Frühling.


Weitere Informationen zur Ausstellung hier 

Murten – Was hat das Lichtfestival dieses Jahr zu bieten?

Vom 19. bis 30. Januar wird der Besucher der 6. Ausgabe des Lichtfestivals Murten zwischen 18 bis 22 Uhr vergessen können, was die Omikronwand momentan mit der Gesellschaft anrichtet, hofft der Geschäftsleiter Simon Neuhaus. Was er für Erneuerung bereit hält und wie sein Leben das ganze Jahr aussieht, verrät er im Interview.

Simon Neuhaus, fangen wir mit einer Behauptung an. Ich behaupte, dass Sie jeweils im Januar handysüchtig werden, weil Sie Angst  haben könnten, Alain Berset könnte Ihnen das Comeback des Lichtfestival mit neuen Bundesmassnahmen ruinieren?

Ein wenig nervös werden wir schon. Wir haben aber unser bestes gegeben, haben eine zugesicherte Unterstützung des Kantons und hoffen ganz einfach. Falls es die äusseren Bedingungen nicht erlauben das Festival durchzuführen, hätte dies gewiss seine Gründe und die Lage würde dies nicht zulassen

Gewiss würde es uns aber das Herz brechen – wir haben aber eines in dieser Zeit gelernt – «Flexibilität» und natürlich «Hoffnung». Von daher hoffen wir dass sich die Lage beruhigt und wir ein flexibles Festival präsentieren können.

Lichtfestival sind en vogue. In Luzern leuchtet bereits die Stadt. Mit welchen Neuigkeiten locken Sie dieses Jahr die Leute nach Murten?

Wir werden ein wunderschönes, poetisches Programm präsentieren können. 20 Künstler aus dem In- und Ausland werden wiederum dafür sorgen, dass die Augen der Besucher leuchten werden. Gerne würde ich aber zwei, drei Highlights heraus picken: Der Berntorplatz wird vom Französischen Künstlerensemble Spectaculaires animiert. In diesem Jahr werden Sie eine Kombination aus einer Projektion und einer Live-Performance mit Schauspielern präsentieren. Es wird ein begeisterndes und sehr abwechslungsreiches Projekt sein. Daneben können die Gäste in der Deutschen Kirche in eine einmalige Welt eintauchen und ein Glühwürmchen aus der Isolation begleiten und dabei zusehen wie es seine Familie wieder findet. Begleitet wird diese Multimediale Show von der Freiburger Pianisten Mary Freiburghaus. Mit Ihrer stimmungsvollen Musik geniessen die Gäste eine fast meditative Atmosphäre…

Weitere Highlights befinden sich am See und natürlich überall im Stedtli verteilt. Es wird auf jeden Fall ein ruhiges, poetisches Festival werden – welche die Leute auch erwärmen wird…

Kommen die Künstler eigentlich mit einer fixen Idee zu Ihnen oder übergeben Sie Künstlern einen Standort und er soll das Beste daraus machen?

  Beides. Wir haben einige Künstler, die mit einem mehr oder weniger fix-fertigem Projekt zu uns kommen. Für sie suchen wir den geeigneten Platz und versuchen hier noch einige kleine Anpassungen zu machen. Weitere Künstler lassen sich vom Ort inspirieren und gestalten eine Installation welche explizit für das Festival erschaffen wurde. Wir sind der Meinung, dass es beides braucht und sind bisher auch sehr gut damit gefahren.

Ausstellungen funktionieren fast nur noch, wenn der Besucher interaktiv mitmachen kann, kann er das auch am Lichtfestival?

 Bereits in der Vergangenheit war des dem Festival wichtig, die Zuschauer auf allen Ebenen anzusprechen. So hat die Interaktivität immer einen wichtigen Stellenwert bei der Programmselektion. In diesem Jahr werden diese vor allem im Aussenbereich stattfinden. Es wurde aber darauf geachtet, dass es sich in einem kleineren Rahmen bewegt als die letzten Jahre – da vermieden werden soll, dass es zu allzu grossen Menschenansammlungen kommen soll.

Was macht eigentlich ein Lichtfestivaldirektor vor und nach dem Festival?

Bei uns ist es so, dass es sich beim Licht-Festival nicht um das einzige Projekt handelt, welches von uns durchgeführt wird. So konnten wir mit dem Circuit Secret Murten Licht und Le Petit Chef zwei neue, längerfristigere Projekte lancieren. Und bereits im März starten wir mit der Suche nach neuen Künstlern für das Festival 2023. Langweilig wird es einem Lichtfestivaldirektor also definitiv nicht. Aber im Februar gibt’s definitiv die einte oder andere Woche Urlaub… 

Weitere Informationen zum Licht hier  

Die Bilder stammen aus den vergangenen Jahren und werden bald durch neue ersetzt.


Luzern – Mit dem LiLu gegen dunkle Zeiten

Stauen über Lichtkreativität, die Romantik im Dunklen geniessen statt Fallzahlen lesen auf dem Display. Zum dritten Mal präsentiert Luzern sein Lichterfestival bis zum 21. Januar. Fast kostenlos ist der Spaziergang durchs Zentrum, der das Gemüt mit seiner Farbenpracht erheitert.

Am Torborgen beim Bahnhof fängt das Lichterfestival, welches bis 16. Januar dauert, an mit einer Lichtinstallation und 20 werden an Plätzen, Fassaden und Sehenswürdigkeiten folgen. Zwar ist der Rundgang kostenlos, doch ein geführter mit Hintergrundinfos pickt das Wichtigste raus, den ein Nachteil hat das Ganze, die Kälte und Distanz. 

150 Bewerber wollten Licht ins Dunkle bringen, für 18 mehrheitlich aus der Region und einem Russen- und Tschechenkollektiv hat es gereicht, auch wenn nicht alle nicht persönlich anreisen konnten. Etwas durfte keine Lichtinstallation haben Laser. Also sind es Computeranimation oder einfach verschiedene Farbspots, die Denkmäler wie der Gütsch farbig erstrahlen lassen.

Das Lichtkino in der Stadt wird durch zwei kostenpflichtige Shows von einer halben Stunde ergänzt.In der Hofkirche über dem Kreuz Jesu gibts eine Reise durch die Welt und Klang in bombastischer Farbenpracht an der Kirchendecke, während es im Casineum eher mystisch zu und her geht. Beide sind zertifikatspflichtig. Konzerte von Sina, Heidi Happy oder Seven ergänzen die Shows des dritten Lichterfestivals, welches mit einem Budget von 1,3 Millionen durchgeführt wird.

Weitere Informationen zum Lichterfestival Luzern hier 

Einsiedeln – Pascal Zehnders Debut über den Bau des Stausees und den Verlust der Heimat

“ Für Oskar war der Bau des Sees der Verlust der geliebten Heimat. Seine ganze Existenz wurde vom Wasser verschlungen“, sagt der 21-jährige Pascal Zehnder über die Hauptfigur aus seinem Erstlingswerk „Das verschluckte Tal“, indem er das Schicksal einer Familie aus Einsiedeln erzählt. Ist es nun die Geschichte seiner Grosseltern oder Fiktion? Darüber und wie er quasi am Ort des Geschehens lebt, gab der Jungautor per Mail Auskunft.

Pascal Zehnder, für manche waren die Lockdowns ein Horror. Sie verfassten Ihr erstes Buch. Ich behaupte, dass ” das verschluckte Tal” ein Mittel gegen die Isolation war und Familienaufarbeitung?Wie für viele in meinem Alter waren die letzten knapp zwei Jahre eine sehr schwierige Zeit und auch ich hatte meine Höhen und Tiefen. Es war gewiss eine willkommene Ablenkung die Geschichte zu schreiben. So konnte ich mich in eine andere Welt hineinversetzen und die Sorgen und Probleme des Alltages vergessen. Mit meiner Familie hat die Geschichte nicht unbedingt etwas zu tun, obwohl sie sehr mit der Region verbunden ist und ich mein ganzes Leben hier verbracht habe.

Zwar steht, dass die Geschichte der dargestellten Familien Zehnder fiktiv sein, aber Hand aufs Herz. Ein Erstling ist meist auch ein Spiegel der eigenen Geschichte oder nicht?Natürlich habe ich auch Aspekte meiner Persönlichkeit in die Geschichte einfliessen lassen. So hat Oskar, die Hauptfigur der Geschichte, doch einige Charaktereigenschaften, die durchaus auch auf mich zutreffen. Es ist um einiges einfacher, Gefühle und Gedanken zu beschreiben, die man selbst erlebt hat. So finde auch ich, wie Oskar, Kraft und Erholung in der Ruhe der Natur und tauche manchmal in meine eigene Welt ab. Ich habe aber auch viele neue Details hinzugefügt. 

Einen wichtigen Aspekt neben der Männerfreundschaft von Oskar, der Hauptfigur zu einem Mitschüler, ist um 1930 der Bau des Stausees. Wie hat dieser Eingriff in die Natur Oskars Leben geprägt und das der Menschen von Einsiedeln? Für Oskar war der Bau des Sees der Verlust der geliebten Heimat. Seine ganze Existenz wurde vom Wasser verschlungen. So ging es vielen Betroffenen, jedoch gab es auch Menschen, welche für den Bau waren und Vorteile in diesem Projekt sahen und eine Modernisierung der Region rund um Einsiedeln. Der Tourismus wurde durch den Bau angekurbelt, es wurde für die Region Strom produziert und es gab viele Arbeitsplätze, vor allem während des Baus. 

Die Rohfassung entstand noch an der Kantonsschule Ausserschwyz. Mit welchen Schwierigkeiten hatten Sie als Neuling neben der Zeit beim Schreiben dieses Debuts zu kämpfen?Ideen im Kopf zu entwickeln ist das eine, diese dann verständlich in Worte zu fassen eine ganz andere Sache. Ich hatte Tage, an denen ging gar nichts und ich schaffte es kaum, drei Sätze zu schreiben. An anderen sprudelten die Worte nur so aus mir heraus. Da die Geschichte praktisch vor meiner Haustüre spielt, konnte ich bei Schreibblockaden die Orte aufsuchen, die ich versuchte zu schreiben, das war mir eine grosse Hilfe. Das Schreiben eines Buches ist ein langwieriger Prozess, ein ständiges Hin und Her, und ist sozusagen nie zu Ende.

Welche Moral hat die Geschichte und was haben Sie mit dem Schreiben des Buches für sich gelernt? Die Moral einer Geschichte in Worte zu fassen, finde ich immer ein wenig schwierig. Schlussendlich gibt es nicht nur einen Weg, eine Geschichte zu interpretieren. Freundschaft und Heimat sind bestimmt sehr wichtige Inhalte meines Buches, aber auch der Einfluss der Natur auf den Menschen. Ich persönlich habe auch gelernt, wie viele Stunden man für wenige Seiten «Buch» benötigt und habe den grössten Respekt vor Autoren, die regelmässig mehrere hundert Seiten umfassende Bücher herausgeben. 

Nach der RS möchten Sie an der Pädagogischen Hochschule weiterstudieren, als nicht Literatur, obwohl Sie eine Leseratte sind. Was macht der Pascal Zehnder in seiner Freizeit in Einsiedeln? Sport ist meine grosse Leidenschaft. Skifahren, Langlaufen, Joggen, Fussball, Wandern, Klettern und einfach Bewegung im Allgemeinen bereitet mir Freude. Auch Filme und Bücher sind ein grosser Teil meines Lebens. Ich liebe es, in andere Welten einzutauchen und die Welt um mich herum zu vergessen. Freunde und Familie sind ebenfalls wichtige Stützen für mich.

Weitere Informationen zum Buch „Das verschluckte Tal“,

 das im Antium Verlag erschien hier 

Die Fotos wurden von Pascal Zehnder zur Verfügung gestellt.