Riehen – Farben- und lebensfrohe Retrospektive von Georgia O`Keeffe

 

Zum 25-jährigen Jubiläum des Beyeler Museums wird zum ersten Mal die Amerikanerin Georgia O` Keeffe bis zum 22. Mai gezeigt, von der Direktor Sam Keller sagt, dass sie mit der Kraft der Farben eine gute Alternative zum tristen Winter sei. Doch es gibt noch viel mehr als nur Blumen zu entdecken. 

Die Ausstellung von Georgia O Keeffe unter der Leitung der Kuratorin Theodora Vischer ist chronologisch angeordnet und entspricht somit ihrem Lebensablauf. Als Kind eines Milchbauern aus Wisconsin besuchte sie eine Kunstschule und begann mit Kohle und Aquarellfarben an zu malen Anfang des 20. Jahrhundert, bereits da zeigte sich, was später ihr Markenzeichen sein sollte. Die Werke im Grossformat sind weder abstrakt noch figurativ sondern sowohl als auch und haben eine gewisse Aesthetik.

Als sie später mit dem Fotografen und Galeristen Stieglitz verheiratet ist, verbrachte sie die Sommer am Lake George und hier änderte sie zur Oelfarbe. Einen Ausflug nach Santa Fe in New Mexiko änderte ihr Leben. Sie war von diesem Ort so fasziniert, dass sie bis ihrem Tod 1986 immer wieder die Natur dieses US-Staates wiedergab in kräftigen Farben. Heute gibt es da ein Museum von ihr. 
 Der Kontrast in ihren Bildern war stark und somit waren die Gemälde plakativ. Hier geht sie auch ihren Weg weg von ihrem Vorbild Cezanne. Blüten, Blumen und deren Innenleben sind Lieblingsmotive der Künstlerin. Die Natur, Stille, Landschaft, die Merkmale ihrer Kunst sind genau das Gegenteil zu ihrem Wohnort New York. 
In Amerika ist sie die wichtigste Vertreterin der Moderne, in Europa weitgehend unbekannt und so ist die Ausstellung eine Reise nach Riehen wert, wer wieder mal so richtig in Farben abtauchen möchte als Vorbereitung für den Frühling.


Weitere Informationen zur Ausstellung hier 

Murten – Was hat das Lichtfestival dieses Jahr zu bieten?

Vom 19. bis 30. Januar wird der Besucher der 6. Ausgabe des Lichtfestivals Murten zwischen 18 bis 22 Uhr vergessen können, was die Omikronwand momentan mit der Gesellschaft anrichtet, hofft der Geschäftsleiter Simon Neuhaus. Was er für Erneuerung bereit hält und wie sein Leben das ganze Jahr aussieht, verrät er im Interview.

Simon Neuhaus, fangen wir mit einer Behauptung an. Ich behaupte, dass Sie jeweils im Januar handysüchtig werden, weil Sie Angst  haben könnten, Alain Berset könnte Ihnen das Comeback des Lichtfestival mit neuen Bundesmassnahmen ruinieren?

Ein wenig nervös werden wir schon. Wir haben aber unser bestes gegeben, haben eine zugesicherte Unterstützung des Kantons und hoffen ganz einfach. Falls es die äusseren Bedingungen nicht erlauben das Festival durchzuführen, hätte dies gewiss seine Gründe und die Lage würde dies nicht zulassen

Gewiss würde es uns aber das Herz brechen – wir haben aber eines in dieser Zeit gelernt – «Flexibilität» und natürlich «Hoffnung». Von daher hoffen wir dass sich die Lage beruhigt und wir ein flexibles Festival präsentieren können.

Lichtfestival sind en vogue. In Luzern leuchtet bereits die Stadt. Mit welchen Neuigkeiten locken Sie dieses Jahr die Leute nach Murten?

Wir werden ein wunderschönes, poetisches Programm präsentieren können. 20 Künstler aus dem In- und Ausland werden wiederum dafür sorgen, dass die Augen der Besucher leuchten werden. Gerne würde ich aber zwei, drei Highlights heraus picken: Der Berntorplatz wird vom Französischen Künstlerensemble Spectaculaires animiert. In diesem Jahr werden Sie eine Kombination aus einer Projektion und einer Live-Performance mit Schauspielern präsentieren. Es wird ein begeisterndes und sehr abwechslungsreiches Projekt sein. Daneben können die Gäste in der Deutschen Kirche in eine einmalige Welt eintauchen und ein Glühwürmchen aus der Isolation begleiten und dabei zusehen wie es seine Familie wieder findet. Begleitet wird diese Multimediale Show von der Freiburger Pianisten Mary Freiburghaus. Mit Ihrer stimmungsvollen Musik geniessen die Gäste eine fast meditative Atmosphäre…

Weitere Highlights befinden sich am See und natürlich überall im Stedtli verteilt. Es wird auf jeden Fall ein ruhiges, poetisches Festival werden – welche die Leute auch erwärmen wird…

Kommen die Künstler eigentlich mit einer fixen Idee zu Ihnen oder übergeben Sie Künstlern einen Standort und er soll das Beste daraus machen?

  Beides. Wir haben einige Künstler, die mit einem mehr oder weniger fix-fertigem Projekt zu uns kommen. Für sie suchen wir den geeigneten Platz und versuchen hier noch einige kleine Anpassungen zu machen. Weitere Künstler lassen sich vom Ort inspirieren und gestalten eine Installation welche explizit für das Festival erschaffen wurde. Wir sind der Meinung, dass es beides braucht und sind bisher auch sehr gut damit gefahren.

Ausstellungen funktionieren fast nur noch, wenn der Besucher interaktiv mitmachen kann, kann er das auch am Lichtfestival?

 Bereits in der Vergangenheit war des dem Festival wichtig, die Zuschauer auf allen Ebenen anzusprechen. So hat die Interaktivität immer einen wichtigen Stellenwert bei der Programmselektion. In diesem Jahr werden diese vor allem im Aussenbereich stattfinden. Es wurde aber darauf geachtet, dass es sich in einem kleineren Rahmen bewegt als die letzten Jahre – da vermieden werden soll, dass es zu allzu grossen Menschenansammlungen kommen soll.

Was macht eigentlich ein Lichtfestivaldirektor vor und nach dem Festival?

Bei uns ist es so, dass es sich beim Licht-Festival nicht um das einzige Projekt handelt, welches von uns durchgeführt wird. So konnten wir mit dem Circuit Secret Murten Licht und Le Petit Chef zwei neue, längerfristigere Projekte lancieren. Und bereits im März starten wir mit der Suche nach neuen Künstlern für das Festival 2023. Langweilig wird es einem Lichtfestivaldirektor also definitiv nicht. Aber im Februar gibt’s definitiv die einte oder andere Woche Urlaub… 

Weitere Informationen zum Licht hier  

Die Bilder stammen aus den vergangenen Jahren und werden bald durch neue ersetzt.


Luzern – Mit dem LiLu gegen dunkle Zeiten

Stauen über Lichtkreativität, die Romantik im Dunklen geniessen statt Fallzahlen lesen auf dem Display. Zum dritten Mal präsentiert Luzern sein Lichterfestival bis zum 21. Januar. Fast kostenlos ist der Spaziergang durchs Zentrum, der das Gemüt mit seiner Farbenpracht erheitert.

Am Torborgen beim Bahnhof fängt das Lichterfestival, welches bis 16. Januar dauert, an mit einer Lichtinstallation und 20 werden an Plätzen, Fassaden und Sehenswürdigkeiten folgen. Zwar ist der Rundgang kostenlos, doch ein geführter mit Hintergrundinfos pickt das Wichtigste raus, den ein Nachteil hat das Ganze, die Kälte und Distanz. 

150 Bewerber wollten Licht ins Dunkle bringen, für 18 mehrheitlich aus der Region und einem Russen- und Tschechenkollektiv hat es gereicht, auch wenn nicht alle nicht persönlich anreisen konnten. Etwas durfte keine Lichtinstallation haben Laser. Also sind es Computeranimation oder einfach verschiedene Farbspots, die Denkmäler wie der Gütsch farbig erstrahlen lassen.

Das Lichtkino in der Stadt wird durch zwei kostenpflichtige Shows von einer halben Stunde ergänzt.In der Hofkirche über dem Kreuz Jesu gibts eine Reise durch die Welt und Klang in bombastischer Farbenpracht an der Kirchendecke, während es im Casineum eher mystisch zu und her geht. Beide sind zertifikatspflichtig. Konzerte von Sina, Heidi Happy oder Seven ergänzen die Shows des dritten Lichterfestivals, welches mit einem Budget von 1,3 Millionen durchgeführt wird.

Weitere Informationen zum Lichterfestival Luzern hier 

Einsiedeln – Pascal Zehnders Debut über den Bau des Stausees und den Verlust der Heimat

“ Für Oskar war der Bau des Sees der Verlust der geliebten Heimat. Seine ganze Existenz wurde vom Wasser verschlungen“, sagt der 21-jährige Pascal Zehnder über die Hauptfigur aus seinem Erstlingswerk „Das verschluckte Tal“, indem er das Schicksal einer Familie aus Einsiedeln erzählt. Ist es nun die Geschichte seiner Grosseltern oder Fiktion? Darüber und wie er quasi am Ort des Geschehens lebt, gab der Jungautor per Mail Auskunft.

Pascal Zehnder, für manche waren die Lockdowns ein Horror. Sie verfassten Ihr erstes Buch. Ich behaupte, dass ” das verschluckte Tal” ein Mittel gegen die Isolation war und Familienaufarbeitung?Wie für viele in meinem Alter waren die letzten knapp zwei Jahre eine sehr schwierige Zeit und auch ich hatte meine Höhen und Tiefen. Es war gewiss eine willkommene Ablenkung die Geschichte zu schreiben. So konnte ich mich in eine andere Welt hineinversetzen und die Sorgen und Probleme des Alltages vergessen. Mit meiner Familie hat die Geschichte nicht unbedingt etwas zu tun, obwohl sie sehr mit der Region verbunden ist und ich mein ganzes Leben hier verbracht habe.

Zwar steht, dass die Geschichte der dargestellten Familien Zehnder fiktiv sein, aber Hand aufs Herz. Ein Erstling ist meist auch ein Spiegel der eigenen Geschichte oder nicht?Natürlich habe ich auch Aspekte meiner Persönlichkeit in die Geschichte einfliessen lassen. So hat Oskar, die Hauptfigur der Geschichte, doch einige Charaktereigenschaften, die durchaus auch auf mich zutreffen. Es ist um einiges einfacher, Gefühle und Gedanken zu beschreiben, die man selbst erlebt hat. So finde auch ich, wie Oskar, Kraft und Erholung in der Ruhe der Natur und tauche manchmal in meine eigene Welt ab. Ich habe aber auch viele neue Details hinzugefügt. 

Einen wichtigen Aspekt neben der Männerfreundschaft von Oskar, der Hauptfigur zu einem Mitschüler, ist um 1930 der Bau des Stausees. Wie hat dieser Eingriff in die Natur Oskars Leben geprägt und das der Menschen von Einsiedeln? Für Oskar war der Bau des Sees der Verlust der geliebten Heimat. Seine ganze Existenz wurde vom Wasser verschlungen. So ging es vielen Betroffenen, jedoch gab es auch Menschen, welche für den Bau waren und Vorteile in diesem Projekt sahen und eine Modernisierung der Region rund um Einsiedeln. Der Tourismus wurde durch den Bau angekurbelt, es wurde für die Region Strom produziert und es gab viele Arbeitsplätze, vor allem während des Baus. 

Die Rohfassung entstand noch an der Kantonsschule Ausserschwyz. Mit welchen Schwierigkeiten hatten Sie als Neuling neben der Zeit beim Schreiben dieses Debuts zu kämpfen?Ideen im Kopf zu entwickeln ist das eine, diese dann verständlich in Worte zu fassen eine ganz andere Sache. Ich hatte Tage, an denen ging gar nichts und ich schaffte es kaum, drei Sätze zu schreiben. An anderen sprudelten die Worte nur so aus mir heraus. Da die Geschichte praktisch vor meiner Haustüre spielt, konnte ich bei Schreibblockaden die Orte aufsuchen, die ich versuchte zu schreiben, das war mir eine grosse Hilfe. Das Schreiben eines Buches ist ein langwieriger Prozess, ein ständiges Hin und Her, und ist sozusagen nie zu Ende.

Welche Moral hat die Geschichte und was haben Sie mit dem Schreiben des Buches für sich gelernt? Die Moral einer Geschichte in Worte zu fassen, finde ich immer ein wenig schwierig. Schlussendlich gibt es nicht nur einen Weg, eine Geschichte zu interpretieren. Freundschaft und Heimat sind bestimmt sehr wichtige Inhalte meines Buches, aber auch der Einfluss der Natur auf den Menschen. Ich persönlich habe auch gelernt, wie viele Stunden man für wenige Seiten «Buch» benötigt und habe den grössten Respekt vor Autoren, die regelmässig mehrere hundert Seiten umfassende Bücher herausgeben. 

Nach der RS möchten Sie an der Pädagogischen Hochschule weiterstudieren, als nicht Literatur, obwohl Sie eine Leseratte sind. Was macht der Pascal Zehnder in seiner Freizeit in Einsiedeln? Sport ist meine grosse Leidenschaft. Skifahren, Langlaufen, Joggen, Fussball, Wandern, Klettern und einfach Bewegung im Allgemeinen bereitet mir Freude. Auch Filme und Bücher sind ein grosser Teil meines Lebens. Ich liebe es, in andere Welten einzutauchen und die Welt um mich herum zu vergessen. Freunde und Familie sind ebenfalls wichtige Stützen für mich.

Weitere Informationen zum Buch „Das verschluckte Tal“,

 das im Antium Verlag erschien hier 

Die Fotos wurden von Pascal Zehnder zur Verfügung gestellt.