Zürich – Retrospektive Oskar Kokoschka im Kunsthaus

 

Dressig Jahre nach der letzten Ausstellung und fast vierzig Jahre nach seinem Tod in Villeneuve zeigt das Kunsthaus Zürich bis zum 10. März 2019 den expressionistischen Maler Oskar Kokoschka.

 Grosser Kopf und starrende Augen, markante Hände – wie ein Oesterreicher sieht dieser Mann nicht aus. Als zweiter Sohn eines Pragers siedelte die Familie nach Wien Anfang des zwanzigsten Jahrhundert um und Oskar bekam einen Platz an der Wiener Kunstgewerbeschule. Seine frühen Portraitgemälde zeigten die Wiener Reichen und fanden bei denen Absatz. Doch Oskar Kokoschka wollte mehr, übersiedelte 1910 nach Berlin. Auch hier kam der Erfolg sehr schnell und noch bis heute ist sein Einfluss auf Georg Baselitz und andere zu spüren, doch die Nazis hatten keine Freude an seinem expressionistischen Ausdruck und stempelten ihn als „entartet“ ab, was gleichbedeutend ist mit Berufsverbot.

Von Dresden nach Zürich, Paris, Prag, England – Oskar Kokoska war viel unterwegs und zog oft um. Zum einen als Flucht vor den Nazis zum anderen aus Neugier oder der Liebe wegen. Sein Markenzeichen, die breiten Pinselstriche, die dick aufgetragene Farbe wurde durch die Jahre immer ausgeprägter. Und so setzt Kuratorin Cathérine Hug in den 200 Werken neben Fotografien und Briefen auf viele Grossformate, damit hat der Zuschauer auch die Möglichkeit sehr nahe ans Bild zu gehen und den Arbeitsprozess fast hautnah zu spüren.

Als Oskar Kokoschka 1953 in Villeneuve am Genfersee ein Haus kaufte und dort malte, kam neben den Farbverläufen, dem Expressionistischen auch das Politische hinzu, wie die Darstellung des Prometheus, Urheber der menschlichen Zivilisation zeigt. Mit seiner mitgegründeten Schule des Sehens in Salzburg kämpfte er für den demokratischen Zugang zu Bildung und für eine offenen Gesellschaft.

Heute schätzen Zuschauer an Oskars Kokoschkas Bilder die Leuchtkraft der Farben und das sich viele Facetten in Auflösung befinden und so sich die räumliche Komposition fast bewegt.
Das Grab von Oskar Kokoschka kam man übrigens noch immer in Clarens neben Montreux besuchen.

Weitere Informationen zur Ausstellung hier 

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